Kein Rücktritt vom Rücktritt

10. Februar 2009, 18:33
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Fritz Muliar erklärte seinen Abschied aus Publikums- und Stiftungsrat - Nun will er bleiben - Das Kanzleramt sieht kein Zurück

Wien - Kommende Woche sucht der erweiterte Zentralbetriebsrat des ORF seine Linie für Verhandlungen über die Sparpläne von ORF-Chef Alexander Wrabetz. Den Betriebsrat braucht Wrabetz für eine Mehrheit im Stiftungsrat, wenn die VP bei ihrem Nein bleibt.

Die SP-Fraktion (ohne Betriebsräte 13) im Stiftungsrat geriet zuletzt in Bewegung: Fritz Muliar erklärte seinen Abschied aus Publikums- und Stiftungsrat. Nun will er doch bleiben, bis mit einem neuen ORF-Gesetz neue Gremien bestellt sind. Laut ORF-Gremienchefs Wolfgang Buchner müsste das Kanzleramt dem Rücktritt vom Rücktritt zustimmen. Dessen Juristen sehen dafür keine Möglichkeit, hieß es Dienstag auf STANDARD-Anfrage.

Das Kanzleramt hat nach dessen Angaben Muliars Funktion ausgeschrieben. Der 89-jährige Schauspieler war direkt gewählter Seniorenvertreter dort und als solcher in den ORF-Stiftungsrat entsandt. Dort können ihn nur direkt gewählte Publikumsräte ersetzen. Alternativen laut Buchner: Barbara Blaha oder Erwin Steinhauer, wie Muliar der SP zugerechnet.

SP-Vertreter Michael Pilz ist laut Buchner noch Mitglied des Stiftungsrates. Er habe den Wunsch geäußert, dort abgelöst zu werden. Der Finanzausschuss des Stiftungsrats tagt am 23. Februar, am 2. April will Wrabetz sein Strukturkonzept durchbringen.

Grant über Gagen


Ärger droht bei der Betriebsratssitzung auch anderswo: "Nachbetrachtung" der jüngsten Gehaltsrunde. Bei ORFlern mit alten Verträgen regt sich nach Infos des STANDARD Unmut, die Betriebsräte hätten sich "über den Tisch ziehen lassen". Schon ist die Rede von Nachverhandlungen. Für Betriebsratschef Gerhard Moser ist das nur "ein Gerücht".

Womöglich haben die altgedienten ORFler in Heute von den Gagen einiger ORF-Stars gelesen. Etwa von 12.000 bis 13.000 Euro für Alfons Haiders Opernballeinsatz (vom ORF dementiert) oder 50.000 Euro für Arabella Kiesbauer bei "Starmania". (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 11.2.2009)

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    Kanzleramt sieht für Muliar kein Zurück in den ORF.

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