Der Er-und-Sie-Lauf

10. Februar 2009, 18:13
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Die Damen helfen auf dem Herrenberg aus

Was für Österreichs auserwählte Kicker Córdoba ist, ist für Deutschlands auserwählte Skifahrer Bormio. Auch wenn die das nicht so wichtig nehmen. Weder Córdoba, noch Bormio.

Man schrieb das Jahr 2005, als bei der WM in Bormio der Teambewerb das Licht der Welt erblickte, und Österreichs Skifahrerinnen und Skifahrer, im Nationencup seit Ewigkeiten unschlagbar wie ein Schippel Zaubertranktrinker, wurden nur zweiter Sieger. Hinter Team Deutschland, das die klassischen Trümpfe ausspielte und in letzter Minute netzte. 2007 und in Aare schlug das Imperium der Alpen zurück, holte Gold am Schlusstag.

Diesmal wird der Teambewerb etwas mittiger gegeben, also heute, Mittwoch. Abgesehen davon ist Lindsey Vonn nicht bei ihrem Leisten geblieben, ist nicht mit einem Hunderter den Berg hinuntergerast, sondern hat, ganz im Goldglück, eine Champagnerflasche geöffnet, nachdem sie mit einem Hunderter den Berg hinuntergerast war. Frau Vonn zerschnitt sich eine Sehne im Daumen. Gestern wurde sie in Hochrum bei Innsbruck operiert, sie fehlt also im Er-und-Sie-Lauf, der im Super-G und im Slalom einen direkten Vergleich der Geschlechter liefert.

Gefahren wird auf der Face der Bellevarde, also auf dem Herrenberg, auf dem die Österreicher bis jetzt nichts gerissen haben. Einiges sorgt für Zuversicht. Die Stärke von Slalomfahrer Reinfried Herbst etwa, der in dieser Saison bereits zwei Weltcuprennen gewonnen hat. Und die Tatsache, dass Kathrin Zettel, die sich vis-à-vis auf der Solaise Kombigold nahm, und die verbronzte Andrea Fischbacher auf dem Herrenberg aushelfen. (bez - DER STANDARD PRINTAUSGABE 11.2. 2009)

 

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