Noch größere Kanonen

10. Februar 2009, 17:59
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Was funktioniert? Das ist derzeit - so wie vieles - unsicher - Von Leo Szemeliker

Als im Herbst des Vorjahres die damals noch regierende Bush-Administration nach langem Hängen und Würgen doch ein 700-Milliarden-Dollar-Maßnahmenpaket für die krachende US-Bankenwelt zustande brachte, entstand der Eindruck: Jetzt packt Hank Paulson, der damalige Finanzminister, wirklich die großen Kanonen aus. Ein halbes Jahr und einige Milliardenabschreibungen, Pleiten, Fastpleiten und Verstaatlichungen später weiß man, frei nach dem alten Bachman-Turner-Overdrive-Song: "You Ain't Seen Nothing Yet."

Der neue Treasury-Secretary Timothy Geithner muss nun Paulsons Fehleinschätzung korrigieren, denn der alte Plan, mit der Abnahme der "Giftpapiere" durch den Staat alle Probleme der Banken lösen zu können, ging nicht einmal im Ansatz auf. Für "toxic papers" gibt es keine Preise, weil es keine Erwartungen für Marktentwicklungen gibt. Daran krankt jedes Bad-Bank-Modell. Die USA versuchen nun ein Public-Private-Partnership-Modell aufzusetzen, wobei der Privatmarkt Preise festsetzen soll und der Staat mitfinanziert. In Europa versucht man hingegen, eine Liste jener Giftpapiere festzulegen, die eine Bad Bank schlucken könnte. Was funktioniert? Das ist derzeit - so wie vieles - unsicher.

Die USA müssen jetzt aber auch etwas für die Hausbesitzer tun, die ihre Kredite nicht mehr zahlen können, sowie für gesunde Unternehmen, die unter den Kreditkonditionen der übervorsichtigen Banken leiden. Für sie packt jetzt Bürgerpräsident Barack Obama noch größere Kanonen aus. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

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