Auslandswissenschafter fürchten um Rückkehrmöglichkeiten

10. Februar 2009, 17:25
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Brief von Österreichischem Forscher-Netzwerk in Nordamerika "ASCINA" an Wissenschaftsminister

Washington/Wien - Angesichts der Unsicherheiten bei der Forschungsfinanzierung befürchten im Ausland tätige österreichische Wissenschafter, "dass sich durch die angekündigten Budgeteinsparungen im Bereich der Förderungsvergabe auch die Rückkehrmöglichkeiten von exzellenten, im Ausland tätigen Forschern deutlich verschlechtern werden". In einem Offenen Brief an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) forderte das österreichische Forscher-Netzwerk in Nordamerika "ASCINA", nicht auf diese Gruppe von Wissenschaftern, "die nun im Ausland zu stranden droht, zu vergessen".

Der Verlust dieser Wissenschafter für die heimische Forschungsgemeinschaft, "bedingt durch Einsparungen an den ohnehin sehr kleinen Stipendientöpfen, sowie an Rückkehrprogrammen und Projektgeldern", würde einen negativen Effekt haben, heißt es in dem der APA vorliegenden Schreiben. Unterzeichnet wurde es von ASCINA-Präsidenten Peter Nagele (Washington University), seiner Vorgängerin Eva Schernhammer (Harvard University) sowie dem Vize-Präsidenten Günter Lepperdinger (Österreichische Akademie der Wissenschaften, ehemals NIH). Die Auslandsforscher befürchten einen in sehr kurzer Zeit entstehenden irreparablen Schaden für die österreichische Forschung.

Brain Drain

In den USA würden als Reaktion auf die Finanzkrise in den nächsten Monaten mehrere Milliarden Dollar in Wissenschaft und Forschung investiert. "Aus rezenten Gesprächen wissen wir, dass die Wissenschafter in den USA nun viel Hoffnung in die massiven Förderungen im F&E Sektor legen und auf die dadurch stark verbesserten Bedingungen bauen wollen". Man befürchtet daher auch einen starken Brain Drain für Österreichs Wissenschaft und Forschung.

ASCINA (Austrian Scientists and Scholars in North America) ist eine Vereinigung von in den USA und Kanada aktiven österreichischen Wissenschaftern. Der 2002 gegründete Verein entstand auf Initiative des Office of Science and Technology (OST) and der österreichischen Botschaft in Washington D.C.. Mittlerweile sind rund 1.000 Forscher Mitglied des Vereins. (APA)

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