Punker gegen Banker

10. Februar 2009, 16:13
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Punkband gibt Konzert für Demonstranten vor Notenbankgebäude - Bankchef verweigert weiterhin Rücktritt

Reykjavik/Kopenhagen - Der isländische Notenbankchef David Oddsson sieht sich nach der Weigerung, seinen Posten zu verlassen, mit einer ungewöhnlichen Koalition konfrontiert. Während Regierungschefin Johanna Sigurdardottir die rasche Behandlung des Gesetzes zur Umgestaltung der institutionellen Struktur der Notenbank im Parlament und der dadurch möglich werdenden Absetzung Oddssons ankündigte, gesellte sich am Dienstag in der Früh die isländische Alt-Punkband Ego, die vor dem Notenbank-Gebäude ein morgendliches Gratiskonzert zum Besten gab, zu einer Schar Demonstranten.

"Große Enttäuschung"

Sigurdardottir schrieb in einem auf der Regierungs-Homepage veröffentlichten Statement zu Oddssons Rücktrittsverweigerung von "großer Enttäuschung" über dessen Verhalten. Am Dienstag versammelten sich wie schon am Vortag einige Dutzend Demonstranten, die den Rücktritt Oddssons und eines weiteren Vorstandsmitglieds der Notenbank, Eirikur Gudnason, forderten, vor der Notenbank. Der dritte Notenbank-Vorstand, Ingimundur Fridriksson, trat am Montag, wie von der Regierung gefordert, zurück.

Die Kundgebungen gegen die beiden im Amt verbliebenen Notenbank-Chefs sollen laut den Organisatoren, der Bewegung "Stimmen des Volkes", so lange weiter gehen, bis auch diese ihre Posten verlassen haben. Die vereinzelt von Ausschreitungen begleiteten und zeitweise mehrere Tausend Menschen versammelnden Kundgebungen der mittlerweile so genannten "Töpfe- und Pfannenrevolution" trugen maßgeblich zum Rücktritt von Ministerpräsident Geir Haarde Ende Jänner und zur Bildung der gegenwärtigen rot-grünen Übergangsregierung bei. Island wählt am 25. April ein neues Parlament. (APA)

 

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