Mega-Ablöse für Ex-Banker

10. Februar 2009, 18:44
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Die Ex-Chefs der Constantia Privatbank, Norbert Gertner, Karl Arco und Karl Petrikovics, haben an ihrem Abgang prächtig verdient. Ihre Vertragsauflösungen könnten bis zu 30 Millionen Euro kosten

Wien - Die ehemaligen Chefs der Constantia Privatbank, die bis zum vorigen Herbst Turnauer-Tochter Christine de Castelbajac gehört hat, haben anlässlich ihres Abgangs wesentlich mehr Geld bekommen, als bisher bekannt war. In Summe dürfte es sich um an die 30 Millionen Euro handeln.

Die Privatbank war im Zuge der Turbulenzen rund um Immofinanz und Immoeast in Schwierigkeiten geraten und wurde in der Folge von den großen Banken des Landes aufgefangen; ihre Rolle als eine der wichtigsten Depotbanken für Fonds war der Hauptgrund für die Rettungsaktion gewesen. Zuvor hatte die Eigentümerin Castelbajac Verkaufspläne gewälzt, die waren aber nicht mehr aufgegangen.

Im Zuge ebendieser Verkaufsvorbereitungen wurden die Vorstandsverträge von Karl Petrikovics, Norbert Gertner und Karl Arco aufgelöst, ab Sommer gab es für Arco und Gertner (Immoeast- und Immofinanzchef Petrikovics schied im Juli 2008 aus dem Bankvorstand aus) dann neue Verträge, mit kürzeren Laufzeiten und etwas reelleren Bedingungen, wie man sagt. Arco hat sein Vorstandsmandat dann aber nolens volens per Ende Jänner 2009 zurückgelegt, er ist aber noch in der Bank tätig. Heute leiten Andreas Grünbichler und Helmut Urban die Bank.

Die Auflösungsvereinbarungen für das alte Management wurden noch unter dem Altaktionär und unter der Ägide des einstigen Aufsichtsratschefs, Prinz Michael von Liechtenstein, getroffen - er war bis Mitte Jänner dieses Jahres im Kontrollgremium der Bank aktiv.

Wertvolle Optionen

Die Gehälter für das Jahr 2008 inkludiert, Gewinnbeteiligung (angeblich für das Gesamtjahr 2008) und Abfertigung zusammen ergaben satte Beträge. Ex-Bankchef Arco hat dem Vernehmen nach rund 6,5 Mio. Euro bekommen, Norbert Gertner rund 4,5 Mio. Euro und Petrikovics soll an die acht Mio. Euro kassiert haben. Die Bankeigner zeigten sich großzügig - so sollen nicht konsumierte Urlaubstage (bei allen Beteiligten in hohem Umfang vorhanden) nicht nur auf Basis des Fixgehalts, sondern inklusive diverser Prämienkomponenten abgegolten worden sein, wie es heißt.

Bei Arco und Gertner kamen zu den genannten Summen allerdings noch (sehr komplex strukturierte) Optionen dazu, vereinfacht dargestellt ging es um Call-Optionen auf Constantia-Privatbank-Inhaberaktien. Als Berechnungsbasis wurde nicht der Substanz-, sondern der Ertragswert der (nicht börsennotierten) Papiere herangezogen.

Bei Arco haben diese Optionen noch einmal rund sechs Mio. Euro ausgemacht, bei Gertner war es nicht ganz so viel - sodass sich die ausgezahlten Beträge bei Arco auf rund zwölf Mio. Euro, bei Gertner auf an die acht bis zehn Mio. Euro summiert haben sollen.

Allerdings: An Gertner wurde bis dato nicht bezahlt; sein Geld wurde auf ein Treuhandkonto überwiesen, um die Auszahlung soll Gertner derzeit noch ringen.

Der einstige Constantia-Privatbank-Präsident, Michael von Liechtenstein, beruft sich auf Anfrage des Standard darauf, dass die Vertragsvereinbarungen zwischen Castelbajac und den Betroffenen erfolgt seien. Von Castelbajac war keine Stellungnahme zu erhalten.

In der Bank selbst verhandelt man derzeit noch um die Ablöse der Managementverträge mit der Immofinanzgruppe; ein Ende der Gespräche ist aber nicht in Sicht. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

  • Ein Bild aus alten Zeiten, 1999: N. Gertner, K. Petrikovics und K.
Arco (v. li.) haben sich ihre Dienste für die Constantia Privatbank vom
Ex-Aktionär im Vorjahr bestens abgelten lassen.
    foto: semotan

    Ein Bild aus alten Zeiten, 1999: N. Gertner, K. Petrikovics und K. Arco (v. li.) haben sich ihre Dienste für die Constantia Privatbank vom Ex-Aktionär im Vorjahr bestens abgelten lassen.

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