Umweltschutz-Organisationen kritisieren Spendenregelung

10. Februar 2009, 15:14
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WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 starten Initiative "Spendengerechtigkeit"

Wien - Umwelt- und Tierschutzorganisationen haben harte Kritik an der von der Regierung vereinbarten Regelung zur Spendenabsetzbarkeit geübt. In einer gemeinsamen Aussendung am Dienstag bemängelten WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000, dass weite Bereiche der Zivilgesellschaft aus dem "begünstigten Bezieherkreis" ausgeschlossen blieben. Auch "Vier Pfoten" zeigte sich von dem Ergebnis "enttäuscht und verärgert".

Billige Rache?

Die geplante Regelung sei - "trotz heftiger und breiter Kritik im Rahmen des Begutachtungsverfahrens" - um nichts besser oder gar gerechter geworden, meinen die Organisationen. WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 wollen nun die Initiative "Spendengerechtigkeit" starten. "Vizekanzler (Josef, Anm.) Pröll scheint fest entschlossen zu sein, sich bei seinen größten Kritikern auf diese kurzsichtige und billige Weise rächen zu wollen", heißt es in der Aussendung weiter. Tatsächlich blamiere er damit aber "'nur' Österreich vor der gesamten Welt", so Greenpeace-Kampagnenleiter Steffen Nichtenberger.

WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger protestierte gegen die Diffamierung engagierter Umweltschutzorganisationen als "Aktivisten und Demonstranten": "Das ist nicht nur eine Herabwürdigung unserer Arbeit, sondern auch aller Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Umwelt- und Naturschutz sorgen."

"Bürokratische Hürden"

Auch "bürokratische Hürden" wurden kritisiert: Wer seine Spende absetzen will, soll den Behörden in Hinkunft seine Sozialversicherungsnummer bekanntgeben, Spenden an Forschungseinrichtungen könnten dagegen wie bisher direkt über den Steuerausgleich abgesetzt werden. "Wir fordern Pröll dazu auf, diese gleichheitswidrige Regelung möglichst rasch fallen zu lassen", so Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von Global 2000.

"Die Entscheidung der Regierung beweist eindeutig, dass die Politik mit allen Mitteln versucht, Tier- und Umweltschutzorganisationen zu schwächen", so Helmut Dungler, Gründer und Geschäftsführer von "Vier Pfoten". Mit der Bevorzugung von bestimmten Teilen der Zivilgesellschaft bei der Spendenabsetzbarkeit würden Spender von der Politik "in ihrer demokratischen Entscheidungskraft beeinflusst".

Lob für die Regelung kam hingegen von Kurt Bergmann, Gründer von "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not". "Das ist ein großer Tag für die Nächstenliebe", meinte er in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Über Wunder kann man sich freuen, auch wenn sie lange auf sich wartenlassen." (APA)

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