Kritik an Gagen der Moderatoren

10. Februar 2009, 13:49
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FPÖ und BZÖ kritisieren angeblich zu hohe Gagen für ORF-Starmoderatoren - Bundespräsident lobt die Arbeit des ORF und seiner Mannschaft

In der nicht abreißen-wollenden Diskussion um den ORF - aktuell dreht sich die Kritik um die angeblich zu hohen Gagen für einige ORF-Starmoderatoren - ergreift Bundespräsident Heinz Fischer Partei für die Sendeanstalt. Im Interview mit der am Mittwoch erscheinenden Wochenzeitung "Falter" nützt Fischer die Gelegenheit, um dem ORF und seiner Mannschaft Lob auszusprechen.

"Ich benutze gerne die Gelegenheit, um zu sagen, dass es nach meiner Beobachtung im ORF sehr viele tüchtige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, engagierte Journalisten und Journalistinnen gibt, die gute Arbeit leisten und mit Verantwortungsbewusstsein daran arbeiten, ihrem Auftrag in einer pluralistischen Gesellschaft gerecht zu werden. Alles kann man besser machen, aber ich will einmal auch ein positives Wort über den ORF sagen", so der Bundespräsident. Einige Politiker hatten sich zuletzt die Ablöse der ORF-Geschäftsführung gewünscht.

"Exorbitante Fantasiesummen"

Nebenbei entspinnt sich derzeit eine mediale Debatte um die Gagen einiger ORF-Starmoderatoren. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky kritisierte in einer Aussendung am Dienstag "exorbitante Fantasiesummen", die der ORF für Moderatoren wie Alfons Haider, Mirjam Weichselbraun, Arabella Kiesbauer oder Armin Assinger ausgebe. Angesichts des "höchsten Schuldenstands in seiner Geschichte" solle der ORF "endlich auf seinen Mitarbeiterfundus im Haus zurückgreifen", anstatt externe Moderatoren anzuheuern, so Vilimsky. BZÖ-Mediensprecher Stefan Petzner verglich die kolportierten Gagen mit dem durchschnittlichen Monatslohn eines Arbeiters und hält das Ergebnis "angesichts der derzeitigen desaströsen finanziellen Situation des ORF inakzeptabel". Seiner Meinung nach würden sich "Einzelne eine goldene Nase verdienen, während die kleinen Mitarbeiter vor Kündigungswellen zittern müssen".

50.000 Euro für "Starmania"

Zwei Tageszeitungen haben etwa für Alfons Haiders Opernball-Moderation eine Gage von 12.000 bzw. 13.000 Euro kolportiert. Der ORF hatte diese Summe am Montag als deutlich zu hoch zurückgewiesen, betonte aber, dass sich die Honorierung bei freiberuflichen Künstlern "naturgemäß am Marktwert orientieren muss". Einen "Skandal der Sonderklasse" findet Vilimsky, dass Arabella Kiesbauer für ihr rund dreimonatiges Engagement bei "Starmania" laut Gratiszeitung "Heute" 50.000 Euro kassiert. Laut Tageszeitung "Österreich" erhalten Weichselbraun und Haider für "Dancing Stars" jeweils 70.000 Euro.

"Mehrere Tage Zeitaufwand"

Der ORF will sich über die Höhe von Honoraren und Vertragsdetails grundsätzlich nicht öffentlich äußern, sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl. Insgesamt gelte aber, dass der ORF bei Moderatorengagen "weit unter internationalem Vergleich" liege. Der Grundirrtum der Kritiker liege auch darin, "dass die sich denken, die Arbeit eines Moderators beginnt und endet eine Minute vor und nach einer Sendung", so Strobl zur APA. Vielmehr bräuchte diese Arbeit aber "mehrere Tage Zeitaufwand", samt General- und Lichtprobe, Maske, Fotoshootings, Interviews etc.

Hinter dem Beruf stecke oft "jahrelanges Lernen" und "so wie nicht jeder Nationalratsabgeordneter werden kann und beeindruckende Reden schwingen, kann nicht jeder Moderator werden", ist der Kommunikationschef überzeugt. Nicht jeder sei für jede Aufgabe geeignet und es sei bei medialen Großevents kaum sinnvoll einen Moderator einzusetzen, der der Aufgabe nicht gewachsen ist oder den die Zuschauer nicht sehen wollen. (APA)

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