Thermostat an Wasserbett verstellt - Frau erkrankt

10. Februar 2009, 22:57
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Temperatur des Wasserbettes wurde von 28 auf 22 Grad gedrosselt - Interne Intrige vermutet

Ohlsdorf - Über mögliche Sabotage wird spekuliert, der Träger des Heimes spricht von Manipulation: In einer Behinderteneinrichtung des Zivil-Invalidenverbandes im oberösterreichischen Ohlsdorf ermittelt nun die Polizei.

Das Heim hatte Anfang Februar Selbstanzeige erstattet, nachdem eine Schwerbehinderte eine Lungenentzündung bekommen hatte. Die Frau dürfte erkrankt sein, weil die Temperatur ihres Wasserbettes von 28 auf 22 Grad gedrosselt wurde. Ein Betreuer bemerkte, dass die 21-Jährige fror, zwei Tage später musste sie ins Spital.

Ein unabsichtliches Verstellen des Temperaturreglers schließt Gerald Schimböck, Geschäftsführer des oberösterreichischen Zivil-Invalidenverbandes, aus. Der Regler sei im Bettkasten integriert und mit einem Holzbrett abgedeckt. Dieser könne nur manuell eingestellt werden, weshalb er von "Manipulation" ausgehe. Intern gibt es auch Vermutungen, der Vorfall könne in Zusammenhang mit der Entlassung der pädagogischen Leiterin in der Vorwoche stehen.

Ackerl: Vorfall nicht zu verhindern

Landesrat Josef Ackerl (S) stellte in einer Presseaussendung am Dienstag fest, dass man den Vorfall trotz regelmäßiger Kontrollen nicht verhindern hätte können. In Oberösterreich gebe es derzeit rund 700 Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung bzw. für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Ein Teil dieser Einrichtungen stelle speziell ausgerichtete Wohnplätze zur Verfügung.

Zur Zeit gebe es in Oberösterreich über 3.200 solcher Wohnplätze. Die Abteilung Soziales kontrolliere diese Einrichtungen in regelmäßigen Abständen, in speziellen Fällen - zum Beispiel bei Beschwerden - natürlich auch anlassbezogen. Manche Einrichtungen, die teils besondere Anforderungen erfüllen müssen, würden intensiver durch die Fachabteilung überprüft und in ihrer Tätigkeit unterstützt. Auch jenes Pflegeheim zähle zu diesen Einrichtungen, wobei trotz dieses intensiven Betreuungs- und Aufsichtsverhältnisses die Vorkommnisse nicht zu verhindern gewesen wären. (APA/ker/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

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