Sommerferien zum Deutschlernen

10. Februar 2009, 14:35
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Stadt Wien stellt Maßnahmen zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor - Mehr Elternarbeit, Deutschkurse und Begleitung

"50 Prozent unserer zukünftigen Arbeitskräfte werden einen Migrationshintergrund haben. Diese Menschen gilt es zu födern, damit sie ihr Potential entfalten können", sagt Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger bei einer Pressekonferenz. Deshalb hat die Stadt Wien neue Maßnahmen zur Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund entwickelt: Die Plätze für Sommer-Deutschkurse werden ausgebaut, die Elternarbeit in muttersprachlichen Workshops intensiviert und die Unterstützung nach der Schule und vor dem Jobeinstieg erweitert. 

Deutschkurse für alle

Die Sommer-Deutschkurse sollen allerdings nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund gedacht sein. Aus den Überprüfungen der Schulreife könne man erkennen, dass rund ein Drittel der Schüler Förderbedarf hat, davon seien 20 Prozent immerhin Kinder ohne Migrationshintergrund. "Wir wollen das Programm für alle öffnen, um Barrieren abzubauen", so Frauenberger. Zielgruppe sind 7- bis 14-jährige Schüler, die entweder geringe Deutschkenntnisse oder nur einen genügenden und nicht genügenden Lernerfolg in Deutsch haben. Insgesamt stehen diesen Sommer 1.000 Plätze zu Verfügung, die Anmeldung startet ab Ostern über die jeweilige Schule. Das Sommer-Programm beinhaltet neben dem Deutsch-Unterricht am Vormittag, Freizeit- und Kulturangebote am Nachmittag.

"StartWien" und "Bildung macht Schule"

Das Projekt "Bildung macht Schule", das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Eltern besser in die Schulprozesse einzubinden, wird erweitert. Insgesamt 70 Veranstaltungen sind dieses Jahr vorgesehen. Die Workshops beschäftigen sich unter anderem damit, wie Eltern die Kinder beim Schuleintritt und beim Lernen unterstützen können. Themen sind auch Mehrsprachigkeit, sinnvolle Freizeitgestaltung und der Umgang mit Konflikten.

Menschen, die neu in Österreich sind und einen Job suchen, können durch das Projekt "StartWien" rasch zu einer Ausbildung oder einem Job kommen. Wer einen der 1.700 Kursplätze erhält, kann persönliche Berufs- und Bildungsberatung, Trainings für Aufnahmetests und Deutsch-Intensivkurse von bis zu 600 Stunden in Anspruch nehmen. Zusätzlich soll es auch frühzeitige Berufsinformation für Schüler geben, um den Übergang von Schule und Berufsausbildung zu erleichtern.

Häupl: "Kein Religionskrieg in Wien"

Bürgermeister Häupl betonte im Hinblick auf die Islamlehrer-Debatte, dass er sich auf keine Diskussion über die Abschaffung des Religionsunterrichts einlassen werde. Er betonte allerdings, dass es keine Toleranz gegenüber Religionslehrer, egal welcher Glaubensgemeinschaft, gebe, die sich nicht zur Demokratie, der Rechtsordnung und Werten wie Freiheit bekennen würden. "Einen Religionskrieg gibt es hier in Wien sicher nicht", sagt Häupl, schließlich hätte zum Beispiel die einzige Erklärung aller Religionsgemeinschaften für ein friedliches Miteinander nach den Ereignissen des 11.September ein international sehr positives Zeichen gesetzt. (edt/derStandard.at, 10.2.2009)

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