Genetische Grundlagen der Fettleibigkeit im Visier

10. Februar 2009, 14:14
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Sechs Unis an 14 Forschungsprojekten bis 2011 beteiligt - "Fettgene" identifizieren und Medikamente entwickeln

Graz  - Rund drei Mio. Euro stehen Forschungsverbund GOLD des österreichischen Genomforschungsprogrammes GEN-AU zur Verfügung. GOLD (Genomics Of Lipid-Associated Disorders) beschäftigt sich mit den genetischen Grundlagen von Fettstoffwechselerkrankungen. In der dritten und letzten Förderperiode bis 2011 werden 14 Forschungsprojekte unter Beteiligung von sechs osterreichischen Universitäten abgewickelt.

Komplexe Krankheitsbilder

Das GOLD-Konsortium unter der Leitung von Rudolf Zechner vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz widmet sich seit dem Jahr 2001 der Erforschung der Ursachen von "metabolischen Erkrankungen" wie Fettleibigkeit, Atherosklerose oder Typ-2 Diabetes. Neben der Identifizierung unbekannter Fettgene ist das Team an der gezielten Entwicklung neuer Medikamente für die Behandlung von Fettleibigkeit und deren Folgeerkrankungen interessiert.

Fettspeicher Lipid Droplets

Lipide sind Grundbausteine aller Lebewesen. Unter anderem dienen sie als wichtige Energiesubstrate and agieren als Hormone und biologische Signalmoleküle in zahlreichen zellulären Prozessen. Um eine permanente Verfügbarkeit von Lipiden auch bei unterschiedlichem Nahrungsangebot sicherzustellen, haben beinahe alle Lebewesen Mechanismen der Fettspeicherung entwickelt: Sie akkumulieren Lipid Droplets (LD), die in dafür spezialisierten Zellen eingelagert werden.

Ziel von GOLD III ist es, jene Gene, Genprodukte und Metabolite zu identifizieren, die für die Bildung und den Abbau der LD verantwortlich sind. Durch die Entschlüsselung ihrer Struktur und Funktion erwarten sich die Wissenschafter die Aufklärung jener derzeit noch unbekannten Mechanismen und Stoffwechselwege, die für die Kontrolle des Lipid- und Energiestoffwechsels zuständig sind. Diese Erkenntnisse sind wiederum die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Medikamente.

Fettspalter bereits entdeckt

Das GOLD-Programm hat in den vergangenen Jahren bereits zu bahnbrechenden neuen Erkenntnissen geführt, die in international renommierten Wissenschaftsmagazinen publiziert wurden. So ist die Entdeckung eines bisher unbekannten fettspaltenden Enzyms gelungen. Es konnte gezeigt werden, dass die "Adipose Triglyceride Lipase" (ATGL) hauptverantwortlich für die Spaltung von Triglyzeriden (neutralen Fetten) im Fettgewebe ist, dem ersten Schritt im Abbau von gespeicherten Fetten. Bis dahin wurde diese Funktion ausschließlich einem anderen Enzym zugesprochen. (APA)

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    In einem multidisziplinären Projekt werden neu entdeckte Fettgene und Proteine analysiert

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