Kienast hofft weiter auf England

10. Februar 2009, 12:12
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Österreicher träumt trotz geplatztem Transfer weiter von der Insel - In Norwegens zweiter Liga sieht er sich dafür eher gerüstet als in Österreich

Wien - Österreichs zehnfacher Fußball-Teamspieler Roman Kienast weiß genau, dass die ÖFB-Elf am Mittwoch (20.30 Uhr in Graz) im ersten Freundschaftsspiel des Jahres 2009 gegen die Schweden vor einer schweren Aufgabe steht. "Sie haben super Spieler, eine Klasse-Mannschaft und bringen regelmäßig Stars heraus", sagte der 24-Jährige. Der Ham-Kam-Stürmer weiß, wovon er spricht, hat er doch in der vergangenen Saison als Sturmpartner von Superstar Henrik Larsson von Ende Juli bis Anfang November für den Erstligisten Helsingborgs IF (3 Tore) selbst Erfahrungen in Schweden gesammelt.

Vorbild Larsson

Kienast selbst ist diesmal einmal mehr erwartungsgemäß zum Zuschauen verdammt. Genauso wie der 37-jährige Larsson, von dem Kienast sehr viel gelernt hat, auf der Gegenseite. "Er ist ein Profi durch und durch, ein Vorbild. Was er macht, macht er perfekt. Wie er sich bewegt, die Bälle prallen lässt und wie cool er vor dem Tor ist, da habe ich mir einiges abgeschaut", resümierte der Angreifer über seinen berühmten Ex-Mannschaftskollegen.

Kienast fehlt derzeit vor allem die nötige Spielpraxis, was auch der Hauptgrund war, warum sich der englische Zweitligist Plymouth Athletic gegen eine Verpflichtung des Österreichers in der Winterübertrittszeit entschied. "Die Engländer haben einen Stürmer gebraucht, der ihnen im Abstiegskampf sofort weiterhilft", merkte Kienast an.

Angebote von LASK und Altach abgelehnt

Nach Österreich wollte der 1,90 m große Angreifer nicht zurück, deshalb schlug er Angebote des FK Austria, des LASK und von Schlusslicht SCR Altach aus. "Das war für mich momentan kein Thema", betonte Kienast. Er habe vielmehr den Ehrgeiz sich im Ausland durchzusetzen. "Ich will im Ausland bleiben und Erfahrungen sammeln", so Kienast. Deshalb nahm er auch den neuerlichen Gang in die norwegische zweite Liga, die erst Anfang April beginnt, mit Ham-Kam in Kauf.

"Ich habe ja schon einmal dort gespielt und es hat mir viel gebracht. Das Niveau der ersten fünf bis sechs Mannschaften ist sehr o.k.", meinte Kienast. Saisonziel von Ham-Kam ist der sofortige Wiederaufstieg. "Der ist auch möglich, wir haben vergangenes Jahr leider nicht gezeigt, was wir können", betonte Kienast. Fußball auf spielerisch hohem Niveau bekomme man in Norwegens zweiter Liga verständlicherweise nicht präsentiert, aber es gehe hart und körperbetont zur Sache und das Tempo sei hoch. Im Vergleich dazu sei in Schweden das Hauptaugenmerk mehr auf dem Spielerischen gelegen.

"Ich muss hart an mir arbeiten"

Nach dem gescheiterten Transfer gelte es nun jedenfalls den Kopf in die Höhe zu halten. "Ich darf nicht an meiner Zukunft zweifeln. Ich muss hart an mir arbeiten, robuster werden sowie mich körperlich und meine Schnelligkeit verbessern", hat Kienast ehrgeizige Ziele. Dann sollte es auch mit einem Wechsel vielleicht schon im Sommer in sein Wunschland England klappen. "Vielleicht schaut es im Sommer anders aus, wenn ich hoffentlich hundertprozentig fit und in Form bin. Ich bin aber auch anderen Ländern nicht abgeneigt", merkte der Angreifer an.

Über seine Zukunft im Nationalteam macht sich der Ex-Rapidler derzeit keine Gedanken. "Ich muss jetzt einmal schauen, dass ich in Topform komme, dann ergibt sich vieles von selbst", meinte Kienast. In der neuen Saison hofft der einfache ÖFB-Teamtorschütze auf "so viele Tore wie möglich". "Ich lege mir aber keinen Druck auf und sage ich will 20 Tore schießen. Das ist der falsche Weg", meint Kienast. Der Vertrag des Stürmers läuft im November aus. (APA) 

 

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    Noch nicht reif für die Insel: Roman Kienast.

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