Finale am Donnerstag im Rabenhoftheater

13. Februar 2009, 12:42
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Erstmals in sechsjähriger Geschichte: Schweizer in der Endausscheidung

Wien - Alle Jahre wieder: Weihnachten im Dezember, Neujahrskonzert im Jänner, Protestsongcontest im Februar. Am Donnerstag (12.2.) geht die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal über die Bühne des Wiener Rabenhoftheaters. Auch diesmal gibt es laut Veranstaltern "einen bunten Genre-, Themen- und Regionenmix". Die Musikstile der zehn Finalisten reichen von Reggae und Elektro über Schrummelpop bis Punk und HipHop. Erstmals tritt mit dem Künstler Dodo ein Schweizer gegen die heuer durchwegs österreichische Konkurrenz an.

Schwyzerdütscher Beitrag

Der Eidgenosse präsentiert in bestem Schwyzerdütsch seinen "Plan B". Die Controverse behaupten dagegen in collagierten Politiker-Phrasen: "Alles wird gut". The I Fratelli Ramoreo setzen auf "Young Romance" und bringen in einem Falco-Cover Impressionen über junge Kärntner im "Bärental der Tränen". Das Ski-Schuh-Tennis-Orchestra singt very old fashioned eine "Ode an die Jugendsubkultur", Tanaka ein "Lied von der vertagten Weltrevolution" ("Irgendwann erklimmen wir Barrikaden, stellen unangenehme Fragen - aber heut' kann ich leider nicht").

Widerstand = Ohm

Ansonsten lässt sich offenbar gegen alles sein: gegen Spinat (Der Nino aus Wien zählt in seinem "Spinat Song" viele Unglücke auf, die "immer noch besser als Spinat" sind), den Überwachungsstaat (MTS feat. NomadEE im elektroniklastigen "Großer Bruder"), Langeweile (Squishy Squid in ihrem fetzigen, ziemlich schrillen und lauten Song) und Paranoia (Die Söhne der Liebe lieben auch Blechblasinstrumente). Das lässt sich auch ganz unpolitisch so zusammenfassen: "Widerstand ist Ohm". Denn, so singt das Erste Wiener Heimorgelorchester: "Licht ist Lux, Luxus der Lachs, schlau ist der Fuchs, Börse der Dax."

Chor der Wiener ArbeiterInnen

Am 12. Februar meldet sich Radio FM4 ab 19 Uhr live von der Veranstaltung. Gerlinde Lang bringt Vorberichte, Interviews mit Gästen, Künstlern und Jury-Mitgliedern (Protestsongcontestgewinnerin 2007 Mieze Medusa, Journalistin und Autorin Doris Knecht, Sängerin Birgit Denk, Musiker Didi Bruckmayr, FM4-Journalist Martin Blumenau sowie Musiker und Helmut-Zilk-Imitator Peter Paul Skrepek). Der von Dirk Stermann moderierte Abend wird um 20 Uhr wie schon in den Jahren davor durch den Chor der Wiener ArbeiterInnen mit traditionellen Arbeiterkampfliedern eröffnet. Außerdem ist ein Liveauftritt der Vorjahresgewinner "Ruperts Jazz Construction" geplant. Sie hatten sich 2008 mit "Lehn dich auf" durchgesetzt.

Der Protestsongcontest wurde 2004 zum 70. Jahrestag der Februarunruhen des Jahres 1934 ins Leben gerufen. Bei den Einsendungen sind sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen willkommen, der Text muss jedoch original vom Teilnehmer kommen. (APA)

12. Februar, 20 Uhr, Rabenhof Theater
www.protestsongcontest.at

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    screenshot: protestsongcontest
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