Bürgermeister-Duelle in 24 Gemeinden

10. März 2003, 18:46
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Freiheitliche verlieren Hochburgen - SPÖ in allen Bezirksstädten Nummer eins

Klagenfurt - Kärnten hat gewählt. "Schuld ist die Bundespolitik" und "positiv, aber nicht zufrieden stellend" - so kommentierten am Montag Landeshauptmann Jörg Haider und VP-Chef Georg Wurmitzer die Gemeinderatswahlen vom Sonntag. Peter Ambrozy (SPÖ) dachte derweilen bereits an die kommende Landtagswahl. Kein Wunder: 108 von 132 Bürgermeistern stehen nach dem ersten Wahlgang bereits fest, und davon entfallen 65 auf die SPÖ. Die ÖVP hält 18, die FPÖ 13, und zwölf kommen von Namenslisten. In 24 Gemeinden gibt es am 23. März eine Stichwahl.

Besonders schmerzlich für die FPÖ ist der Verlust ehemaliger Hochburgen wie etwa Feldkirchen, der einzigen Bezirkshauptstadt Österreichs, in der sie einen Bürgermeister stellte. Das Prestigeduell mit der SPÖ ist noch nicht endgültig entschieden, denn FP-Bürgermeister Walter Puff muss sich noch seinem SP-Herausforderer Robert Strießnig stellen. Im Gemeinderat ist das Match für die FPÖ bereits verloren -da wurde sie von den Roten deutlich überholt.

Noch schlimmer hat es die FPÖ in Spittal a. d. Drau, der Heimatgemeinde von FP-Vizekanzler Herbert Haupt, erwischt: Dort halbierte sie sich förmlich und muss nun gleich zwei Stadtsenatssitze an die SPÖ abgeben. Die holte sich mit ihrem Bürgermeister Gerhard Köfer im Gemeinderat (plus 13 Prozent) die absolute Mehrheit zurück, die sie 1997 verloren hatte. Köfer selbst erreichte einen "Traumwert" von 71,4 Prozent, der nur von seinem St. Veiter Parteikollegen Gerhard Mock (76 Prozent) übertroffen wurde. In Wolfsberg eroberte Gerhard Seifried die "Absolute" für die SPÖ zurück und wurde mit fast 70 Prozent eindrucksvoll wieder gewählt. Mit 58,4 Prozent konnte sich dagegen FP-Kammer-Vize Mathias Krenn in Bad Kleinkirchheim behaupten, ebenso FP-Bürgermeister Adolf Stark in Maria Wörth.

Bitter auch das Ergebnis für den Klagenfurter VP-Bürgermeister Harald Scheucher: Mit nur 41, 6 Prozent gelang ihm im Gegensatz zu den roten "Bezirksstadtkaisern" die Wiederwahl im ersten Wahlgang nicht. Er muss nun gegen seinen Vize Ewald Wiedenbauer (SP) antreten, der nur acht Prozentpunkte hinter ihm liegt.

Kärntens längst dienender (VP-naher) Gemeindechef Valentin Deutschmann geht in Grafenstein mit 65,26 Prozent in die nächste Periode. Die slowenische Einheitsliste (EL) kommt erstmals in Globasnitz und Feistritz ob Bleiburg in die Stichwahl. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2003)

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    Das vorläufige Endergebnis

  • Die FPÖ verliert bei den Kärntner Gemeinderatswahlen den zweiten Platz
    montage: derstandard.at

    Die FPÖ verliert bei den Kärntner Gemeinderatswahlen den zweiten Platz

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