Ferrero-Waldner: "Ich glaube, ich bin nicht überfordert"

9. März 2003, 12:49
23 Postings

ÖVP werde "1:1" das umsetzen, was sie vorher versprochen habe - Kein Kleinkrieg mit Präsidentschaftskanzlei

Wien - Keine Auskunft wollte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner Sonntag in der Fernseh-"Pressestunde" darüber geben, ob sie Präsidentschaftskandidatin der ÖVP wird oder werden will. "Ich kann nur sagen, das ist derzeit kein Thema", meinte sie. Die Ansicht, ihre Kandidatur sei so gut wie fix, wies sie zurück: "Fix ist nichts." Sie dementierte ein Antreten aber auch nicht.

ZuversichtLich FPÖ werde Regierungsprogramms Mittragen

Keinerlei Zweifel äußerte Ferrero-Waldner angesichts des neuerlichen Zusammengehens der ÖVP mit der FPÖ. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die FPÖ das Regierungsprogramm mitträgt. Angesprochen auf die - in den Meinungsumfragen deutlich zum Ausdruck kommende - Unzufriedenheit der Österreicher mit der Neuauflage von Schwarz-Blau meinte sie: Die ÖVP werde "1:1" das umsetzen, was sie vorher versprochen habe, nämlich ihr Zehn-Punkte-Programm.

Dass Jörg Haider sie in seiner jüngsten Aschermittwochs-Rede persönlich angegriffen hat ("Wallfahrten im Drei-Wetter-Taft in die falschen Länder"), halte sie aus. Sie sei "persönlich ein humorvoller Mensch" und Haiders Rede passe ja eigentlich noch zum Faschings-Dienstag, "mit viel Satire drinnen".

Benito? - "Ich bin es eigentlich gewöhnt"

Diplomatisch äußerte sich Ferrero-Waldner dazu, dass sich Bundespräsident Thomas Klestil bei beiden Angelobung versprochen und sie zunächst "Benito" genannt hat. "Viele Österreicher können meinen Namen schwer aussprechen. BenitA FerrerO ist offensichtlich sehr schwierig. Ich glaube, das ist auch dem Herrn Bundespräsidenten unterlaufen", meinte sie - und: "Ich bin es eigentlich gewöhnt."

Ebenso zurückhaltend zeigte sich Ferrero-Waldner zum gespannten Verhältnis zwischen Präsidentschaftskanzlei und Außenministerium: "Ich bin immer darum bemüht, ein sehr korrektes, ja eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zum Bundespräsidenten zu haben." Einen täglichen Kleinkrieg - wie gefragt wurde - erwarte sie "keineswegs, im Gegenteil".

Die Ansicht, sie sei als Außenministerin überfordert, wies Ferrero-Waldner zurück: "Ich glaube, ich bin nicht überfordert. Es macht mir große Freude, dieses Ressort zu leiten." (APA)

  • Außenministerin Benita Ferrero-Waldner
    foto: standard/cremer

    Außenministerin Benita Ferrero-Waldner

Share if you care.