Bill Gates verteidigte Überwachungstechnik in neuer Windows-Version

10. März 2003, 11:09
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"Longhorn" kann auch für Urheberschutz eingesetzt werden

Bill Gates hat die in der nächsten Windows-Version geplanten technischen Überwachungsfunktionen gegen Kritik verteidigt. In einem Interview der Zeitschrift "Focus" erklärte der Verwaltungsratschef von Microsoft, dass die bislang als Palladium bezeichnete Technik auch dem Schutz von Urheberrechten dienen könne.

"Palladium wird dann sicherstellen, dass dies so geschieht"

So könne das neue Windows mit der vorläufigen Bezeichnung "Longhorn" prüfen, ob ein Musikstück in einer Art digitalem Umschlag geliefert werde, sagte Gates. Dieser Umschlag könne auch die Einschränkung enthalten, dass ein Musikstück nur eine bestimmte Anzahl von Abspielvorgängen zulasse. "Palladium wird dann sicherstellen, dass dies so geschieht", sagte Gates.

Möglichkeiten

Bisher hat Microsoft stets betont, dass es bei der neuen Technik nur um die Sicherheit und Stabilität bei der Ausführung von Software gehen soll. Sensible Daten wie medizinische Informationen, die persönliche Steuererklärung oder Fahndungsdaten über Terroristen könnten bisher mit einfachen Mitteln manipuliert werden, erklärte Gates und fügte hinzu: "Mit Hilfe von Palladium ist es möglich, dass die Hardware des Computers überprüft, ob an der Software solche Veränderungen vorgenommen wurden."

"Next Generation Secure Computing Base"

Die Palladium-Technik wird von Microsoft inzwischen unter der Bezeichnung "Next Generation Secure Computing Base" (NGSCB) geführt. Als Nachfolger von Windows XP soll "Longhorn" den bisherigen Plänen zufolge im zweiten Halbjahr 2004 eingeführt werden.(APA)

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