Was wenige Wanderer wissen ...

    8. März 2003, 12:33
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    Der Höhenzug der Fischauer Berge ist ein Gebiet mit vielen Vorzügen, trotz geringer Höhe haben es alpinen Charakter und ist nicht überlaufen

    Rund 14 km lang ist der Höhenzug der Fischauer Berge, die das Steinfeld vom Einbruchsbecken der Neuen Welt trennen. Kulturell und wirtschaftlich spielten sie schon in grauer Vorzeit eine Rolle, denn bereits die Kelten besiedelten die Höhen, und die Römer kannten die warmen Quellen der Fischa.

    Eine Längsüberschreitung des Höhenzugs ist zwar etwas anstrengend, aber überaus reizvoll, denn man genießt immer wieder den Ausblick zur Hohen Wand, zum Schneeberg sowie über das Wiener Becken zum Hochwechsel und zur Buckligen Welt.

    Obgleich die Fischauer Berge nicht einmal die Höhe von 700 m erreichen, haben sie mit ihren Felsen durchaus alpinen Charakter. Von der oberen Kante der schroffen Felsen bieten sich naturgemäß die schönsten Ausblicke. Auf dem Größenberg schwindelt man ein bisschen: Das Gipfelkreuz steht nicht auf dem höchsten Punkt, sondern etwas davor, damit man es vom Tal aus sehen kann.

    Man sollte meinen, das Gebiet sei der vielen Vorzüge wegen überlaufen. Dem aber ist nicht so. Kienberg, der höchste Mugel der Gruppe, und Größenberg werden - vor allem um diese Jahreszeit - kaum aufgesucht, und seit das Finkenhaus gesperrt hat, trifft man auch auf der letzten Etappe kaum jemals Wanderer an. Den Ausgangspunkt erreicht man am besten mit der Bahn, auch die Rückfahrt erfolgt mit dem Zug.

    Die Route:

    Von der Haltestelle Unterhöflein der Linie Wiener Neustadt-Puchberg geht es zur Bundesstraße, auf der Höhe des Kirchbichl beginnt die rote Markierung, der man durch den Zweier Wald und über den Irmasteig bis zum Kienberg folgt, den man nach einer Stunde erreicht. Nun steigt man nach Netting und gelangt über einen Sattel zwischen Dachenstein und Mitterberg nach Winzendorf. Ab Kienberg eine Stunde.

    Auf der Römerstraße wandert man parallel zur Bahn und schwenkt dann nach links auf die rote Markierung, die auf eine kleine Hochfläche und auf den Größenberg führt. Ab Winzendorf eine Stunde. Weiter auf der roten Markierung, man umrundet den Burgstall und erreicht die Straße von Bad Fischau nach Dreistetten, quert diese und wandert weiter - alles rot markiert - Richtung Wöllersdorf.

    Der kurze Abstecher zum Steinernen Stadel, einer wichtigen prähistorischen Fundstätte, und später zum Teufelsmühlstein zahlt sich aus. Vom Größenberg bis zur Bahnstation Wöllersdorf braucht man zwei Stunden. (DER STANDARD, Printausgabe vom 8.3.2003)

    Von
    Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied rund 700 m. Gasthäuser in Winzendorf. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 75 (Puchberg am Schneeberg) und 76 (Wiener Neustadt); Freytag & Berndt WK 012 (Hohe Wand, Piestingtal, Gutenstein)

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      tiscover.at
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