Bayer beendet in den USA Streit um irreführende Werbung

10. Februar 2009, 11:13
1 Posting

Pharmakonzern muss 20 Mio.-Dollar schwere Klarstellungskampagne starten

Boston/Frankfurt - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat seinen Streit mit US-Bundesstaaten um irreführende Fernsehwerbung für seine Antibaby-Pille Yaz beigelegt. Bayer sei einverstanden, künftig alle geplanten Werbespots zu Yaz der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Genehmigung vorzulegen, teilte die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats Massachusetts mit. Zudem müsse Bayer eine 20 Mio.-Dollar schwere Klarstellungskampagne starten. Diese werde jetzt aufgelegt und laufe bis zum Sommer, sagte eine Bayer-Sprecherin am Dienstag in Berlin. Neben Massachusetts hatten 26 weitere Bundesstaaten Werbespots zu Yaz beanstandet.

Yaz gehört bei Bayer zur Produktfamilie um die Pille Yasmin. Diese war 2007 mit 1,042 Mrd. Euro die umsatzstärkste Arzneigruppe des Bayer-Pharmageschäfts.

In den USA ist Yaz neben dem Einsatz als Verhütungsmittel auch zur Behandlung von Akne und zur Therapie besonders schwerer Formen des prämenstruellen Syndroms, PMDS bezeichnet, zugelassen. Als PMDS werden besonders gravierende Beschwerden von Frauen vor der Menstruation bezeichnet, wie heftige Stimmungsschwankungen, Angespanntheit, Gereiztheit und Kopfschmerzen.

Die FDA hatte im vergangenen Jahr zwei Werbespots von Bayer zu Yaz kritisiert. Die Botschaften darin waren so breit angelegt, dass auch auf die Behandlung von Symptomen des gewöhnlichen prämenstruellen Syndroms (PMS) abgezielt wurde. Dafür war Yaz in den USA aber gar nicht zugelassen. Nach Auskunft des Büros des Generalstaatsanwalts von Massachusetts hatte Bayer zudem die Effekte von Yaz bei Akne übertrieben. (APA/Reuters)

Share if you care.