Task Force ermittelt wegen Brandstiftung

10. Februar 2009, 11:12
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Noch mehr als ein Dutzend Brände außer Kontrolle

Bei den verheerenden Buschbränden in Australien mit mehr als 180 Toten ermittelt die Polizei in mehreren Fällen wegen Brandstiftung. Dazu wurde am Dienstag eine Task Force eingesetzt. Ihr Leiter Dannye Moloney kündigte an, dass seine Beamten das Phantombild eines Verdächtigen vorbereiteten - in diesem Fall geht es um einen Brand mit 21 Toten. In Australien lebende Österreicher sind von den Feuern nicht betroffen.

Mehrere zerstörte Ortschaften wurden zu Tatorten erklärt und für die Ermittlungen abgesperrt. Die Möglichkeit, dass bei der Katastrophe Brandstiftung im Spiel gewesen sei, "macht uns sprachlos", sagte Ministerpräsident Kevin Rudd.

Die Brände in der Nähe von Melbourne zerstörten mehr als 750 Häuser und machten 5.000 Menschen obdachlos, wie die Feuerwehr im südostaustralischen Staat Victoria mitteilte. Insgesamt wurde eine Fläche von 2.850 Quadratkilometern verbrannt.

Laut österreichischem Außenministerium dürften durch die Buschbrände keine in Australien lebenden Österreicher zu Schaden gekommen sein. Zwar seien auch sie von Rauch, der Hitze und den Problemen betroffen, bisher sind aber keine Opfer bekanntgeworden. "Ausgeschlossen ist jedoch nichts", sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Derzeit leben von den insgesamt 5.000 Österreichern in Australien rund 2.000 im Großraum Sydney-Melbourne.

Noch mehr als ein Dutzend Brände außer Kontrolle

Am Dienstag waren noch mehr als ein Dutzend Brände außer Kontrolle. Die Temperaturen waren allerdings weitaus niedriger als am Samstag, dem Tag mit den schwersten Bränden. Für die zweite Wochenhälfte ist erneut zunehmende Hitze angekündigt.

Das Ausmaß der Katastrophe setzte die australische Öffentlichkeit unter Schock. Die Behörden verteidigten sich gegen Kritik, räumten aber ein, dass die bisherigen Richtlinien zur Evakuierung geändert werden sollten. Diese stellen es den Betroffenen frei, ob sie der Aufforderung zum Verlassen ihrer Häuser Folge leisten.

Die australische Feuerwehr besteht zum größten Teil aus Freiwilligen. Auch haben sie nicht die Mittel, um jedes Haus vor der Zerstörung zu bewahren. Daher versuchen viele Hausbesitzer, ihr Anwesen selbst zu schützen. "Es ist die Anwendung dieser Regel und ein Mangel an Alternativen, die wir angehen müssen", sagte am Dienstag der australische Feuerwehrchef Russel Rees.

In Victoria, dem am schwersten betroffenen australischen Staat, gibt es kein Warnsystem mit SMS-Mitteilungen oder Telefonanrufen. Die Bewohner werden lediglich über Radiodurchsagen oder im Internet über die Bedrohungslage informiert. Der Ministerpräsident von Victoria, John Brumby, sagte, er habe der Regierung in Canberra schon vor Monaten die Einrichtung eines nationalen Warnsystems bei Buschbränden vorgeschlagen.

Der konservative Oppositionsabgeordnete Wilson Tuckey kritisierte, die Umweltpolitik der Regierung stelle den Schutz von Bäumen über den der Menschen. Der Abgeordnete Jamie Briggs schlug die Errichtung von feuersicheren Bunkern in gefährdeten Regionen vor.

US-Präsident Barack Obama telefonierte am Montagabend mit Rudd und sprach ihm sein Beileid aus. Obama bot Australien die Hilfe der USA im Kampf gegen die Brände an. (APA/AP)

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    Bei den Buschbränden in Australien ermittelt die Polizei in mehreren Fällen wegen Brandstiftung.

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