Komplementärmedizin oft unwirksam

10. Februar 2009, 12:06
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Hirschgeweihpulver, diverse Kräutermischungen, Homöopathie und Vitamine schneiden schlecht ab - Chili wirksam gegen Schmerz

Chesterfield  - Die meisten komplementärmedizinischen Behandlungsansätze, von denen sich Menschen mit rheumatoider Arhtritis (chronischer Polyarthritis) Hilfe erwarten, sind unwirksam. Eine Studie der Arthritis Research Campaign untersuchte die wissenschaftlichen Beweise für 40 Behandlungsverfahren. Zwei Drittel der Verfahren bei rheumatoider Arhtritis und ein Drittel bei Arthrose wurden als wirkungslos beurteilt. Die Wissenschaftler betonten, dass es ihnen ein Anliegen sei, die betroffenen Patienten zu informieren.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke, während die Arthrose primär eine nichtentzündliche Abnützung des Gelenkknorpels darstellt. Die Entzündung tritt erst auf, wenn die ungeschützten Knochen der Gelenke beginnen, aneinander zu reiben. Am häufigsten sind die Fingergelenke, die Knie-, die Hüft- und Wirbelsäulengelenke betroffen. Laut BBC setzen rund 60 Prozent der Arthritis-Patienten auch auf komplementärmedizinische Methoden. Die Wissenschaftler untersuchten Präparate, die oral eingenommen beziehungsweise über die Haut aufgenommen werden. Ihre Wirksamkeit wurde durch die Verringerung der Schmerzen, die Verbesserung der Beweglichkeit oder des Gesamtzustandes bewertet.

Viele Naturheilmittel wirkungslos

Bei den Präparaten gegen rheumatoide Arthritis verfügten 13 von 21 über keine oder nur  geringe Wirkung. Zu den 13 gehörten: Pulver aus Hirschgeweihen, Öl aus dem Samen schwarzer Johannesbeeren, Kollagen, Eazmov (eine Kräutermischung), Fieberklee, Leinsamenöl, Grünlippmuschelextrakt, Homöopathie, Reumalex (eine Kräutermischung), Selen, das chinesische Kraut Tong Luo Kai Bi, die Vitamine A,C und E sowie Weidenrinde. Fischöl erhielt in der aktuellen Studie fünf von fünf möglichen Punkten bei der Verringerung der Gelenkschmerzen und -steife. Sechs von 27 Naturheilmitteln gegen Arthrose hatten geringe oder keine Wirkung. Capsaicin Gel aus Chilischoten zeigte sich am effektivsten in der Schmerzstillung und Bewegungsförderung. Die Wirksamkeit von Glucosamin wurde erneut in Frage gestellt.

Zum Teil ernste Sicherheitsbedenken

Gegen Fibromyalgie, einer crhonischen Erkrankung, die sich durch generalisierte Schmerzen auszeichnet, wurden nur vier Präparate beurteilt. Keines erwies sich als hoch wirksam. Drei erreichten zwei von fünf Punkten, das vierte nur einen. Die Wissenschaftler untersuchten auch die Sicherheit der Präparate. Donnergottwein, eine traditionelle chinesisches Arzneimittel, erhielt aufgrund ernster Sicherheitsbedenken eine rote Klassifizierung. Ein Viertel der Präparate erhielt eine orange Bewertung. Sie können Nebenwirkungen haben. Eine Bewertung von 36 Präparaten war aufgrund unvollständiger Daten nicht möglich. Dazu gehörten Basilikum, grüner Tee, Sarsaparille und Johanniskraut. (pte)

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