OMV-Aktionär Ipic schielt auf Schaeffler

10. Februar 2009, 17:41
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Frankfurt - Der arabische Staatsfonds International Petroleum Investment Company (Ipic), mit 19,2 Prozent an der OMV beteiligt, prüft einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg bei der in Schieflage geratenen fränkischen Schaeffler Gruppe oder deren Tochter Continental. Der Fonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten versuche derzeit, Schaeffler über Berater und Banker zu kontaktieren, berichtete die Financial Times Deutschland am Dienstag.

"IPIC prüft, entweder einen Anteil an Schaeffler oder einen Teil von Conti zu kaufen", zitierte das Blatt eine mit dem Vorgang vertraute Person. "Dabei würde es um mindestens 20 Prozent gehen, wahrscheinlich um mehr als 25 Prozent." Dem Bericht zufolge ist aber offen, ob es am Ende tatsächlich zu konkreten Verhandlungen kommt. Ipic und Schaeffler hätten laut der Zeitung einen Kommentar zu der Angelegenheit abgelehnt.

Der Autozulieferer aus Herzogenaurach hatte die Übernahme des deutlich größeren Konkurrenten Conti aus Hannover auf Pump finanziert und sich damit verhoben. Nun ist die Schaeffler Gruppe auf der Suche nach Investoren und hat auch um Staatshilfe gebeten.

Fünf Milliarden Euro

Kreisen zufolge braucht das fränkische Familienunternehmen etwa fünf Milliarden Euro. Zum Abbau der Schulden schloss Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler am Wochenende selbst den Verkauf einzelner Teile an der Schaeffler Gruppe nicht mehr aus.

Bei der Suche nach Lösungen ist Eile geboten. Denn da das operative Geschäft angesichts der Autokrise derzeit kaum Gewinn abwirft, um Zinsen zahlen oder Kredite tilgen zu können, droht Schaeffler im Sommer die Vertragsklauseln seiner Kredite zu verletzen. Kann Schaeffler keine neue Finanzierung auf die Beine stellen, könnten die Banken die gegebenen Sicherheiten - Anteile an Conti und Schaeffler - pfänden. Angesichts des um vier Fünftel gesunkenen Conti-Aktienkurses ist diese Aussicht aber wenig verlockend.

Um Kosten zu senken, hat Schaeffler unterdessen seine Mitarbeiter um Lohnverzicht gebeten. Es liefen Verhandlungen, den zweiten Teil einer tariflich vereinbarten Lohnerhöhung um ein halbes Jahr zu verschieben, sagte der Firmensprecher.

Anleger haben am Dienstag begeistert auf den möglichen Einstieg eines arabischen Investors reagiert: Conti-Aktien verteuerten sich um gut acht Prozent. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

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