Neuer kostengünstiger Bluttest

Chance für arme Länder - Preis auf ein Fünftel reduziert

Bonn/Hamburg - Forscher der Universität Bonn und des Hamburger Tropeninstituts haben gemeinsam ein neues kostengünstiges Verfahren zur Erkennung des gefährlichen Hepatitis-C-Virus entwickelt. Bei gleicher Empfindlichkeit sei der neue Bluttest wesentlich günstiger als gängige Untersuchungsmethoden, teilte die Universität Bonn mit. Davon könnten vor allem ärmere Länder profitieren, in denen die finanziellen Mittel nicht oder nur für ältere Tests ausreichen. Die wissenschaftliche Arbeit dazu erscheint heute im Fachblatt PLoS Medicine.

Kostenfaktor Untersuchung

Eine der Hauptansteckungsquellen des Virus sind infizierte Blutkonserven. In Europa und in den USA werden Blutspenden standardmäßig auf Hepatitis-C-Viren untersucht. Bei positivem Befund muss jedoch auch während der Therapie Test die Virusmenge im Blut überprüft werden. Ein ebenso aufwendiges wie kostenintensives Verfahren. In ärmeren Ländern war diese Methode bisher nicht finanzierbar.

Hohe Kostenersparnis

Das von den Wissenschaftern vorgestellte Verfahren überprüft das menschliche Erbgut an einer anderen Stelle des DNA-Strangs als bisherige Tests. "Diese Basenpaare sind bisher nicht zur Diagnostik verwendet worden, es fallen deshalb nicht so hohe Lizenzgebühren an", erläutert der Bonner Virologe Christian Drosten. Statt mehr als 100 US-Dollar kostet ein Test nunmehr knapp 19 US-Dollar (knapp 15 Euro). Ein brasilianisches Labor erprobte die Wirksamkeit des Verfahrens bereits an 127 Patienten - mit Erfolg. (APA/dpa)

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