Drei schrecklich nette Katzen

9. Februar 2009, 21:04
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Sie sind "unglaublich nachtragend", streitsüchtig, launisch und "so richtig wild" - Dass daran auch manchmal die zwei Kinder schuld sind, wird verschwiegen

Noch konnte der ständig wiederkehrende Kinderwunsch umgeleitet werden: Vielleicht später, wenn es einen Garten gibt etc. Noch gibt es kein Haustier. Noch. Das Kind vergisst nicht. Bei der Familie im neuen Buch von Helga Bansch geht es nicht nur um ein Tier, es geht um drei Katzen - so heißt die Geschichte auch gleich. "An einem eiskalten Wintertag standen sie plötzlich vor unserer Tür", startet die Erzählung. Papa ist gegen die "Rettung", am Ende des Buches wird er die drei nicht mehr hergeben wollen. Und dazwischen geschieht einiges. Denn die Katzen sind "unglaublich nachtragend", streitsüchtig, launisch und "so richtig wild". Dass daran auch manchmal die zwei Kinder schuld sind, wird verschwiegen. Schließlich sind sie es auch, aus deren Sicht die Erlebnisse erzählt werden. So verkleiden die Kinder ihre Tiere wie Puppen und wundern sich, wenn sie dann gekratzt werden. Bansch trifft dabei den richtigen Ton und es gelingt ihr gleichzeitig auch, die Eigenheiten von Katzen gut darzustellen. Die Familie ist einem so und so auf Anhieb irgendwie sympathisch. Weil der Autorin aber anscheinend eine Erzählebene zu wenig ist, fügt sie im Kleinen eine zweite an. Jene einer Mausfamilie, die im Haus wohnt. Dass

die überhaupt nicht begeistert von den Katzen ist, versteht sich von selbst. Im Gegensatz zum Vater bleiben sie dieser Linie bis zum Schluss treu. Drei sind aber auch wirklich viel. Das den Eltern schmackhaft zu machen, schafft nicht einmal das eigene Kind. (Peter Mayr/ DER STANDARD-Printausgabe, 10.2.2009)

Helga Bansch
"3 Katzen"
14,90 Euro, 32 Seiten
Residenz Verlag, Salzburg 2009 DER STANDARD-Printausgabe, 10.2.2009)

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