Skinheads trauern und drohen

9. Februar 2009, 19:30
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Polizei ergriff präventive Maßnahmen

Bregenz - Brennende Friedhofskerzen auf der Außentreppe jenes Hauses in Lauterach, wo Sonntagnacht ein 20-jähriger Skinhead an Messerstichen eines Rockers starb. Ein schwarzes Shirt mit eisernem Kreuz, die germanische Lebensrune auf ein Plakat gemalt, dazu ein "R.I.P" und "See you in Walhalla" - die Skinhead-Szene trauert und droht. "Man sieht sich 2 Mal im Leben" steht auf einem Plakat und: "B&H". Das Kürzel steht für "Blood and Honour", das internationale Netzwerk von Neonazis und Skinheads. Die Polizei nimmt die Drohung ernst, ergriff laut Sprecherin Uta Bachmann "präventive Maßnahmen".

Warum der 20-jährige Hörbranzer Sonntagnacht von einem 26-jährigen Fußacher erstochen wurde, im Biker-Haus eine Massenschlägerei ausbrach, weiß die Polizei noch nicht. Es liege ein "vages Geständnis" vor, heißt es. Vage sind auch die weiteren Erkenntnisse: Warum die Rocker "Outsider" Baseballschläger im Haus hatten, welche Rolle ein 35-jähriger Tiroler im tödlichen Kampf spielte, warum die Outsider, die kein Verein sind, ein Lokal betreiben konnten - die Polizei kennt noch keine Antworten. Fest steht für Sicherheitsdirektor Elmar Marent aber, dass es noch keine Auseinandersetzungen zwischen Skins und Rockern gab, dass es die letzten 15 Jahre ruhig in der Rockerszene war. Zuletzt hatten sich Outsider und Hells Angels 1994 einen Bandenkrieg geliefert, nach einer Schießerei gab es damals mehrere Verletzte. (Jutta Berger/DER STANDARD-Printausgabe, 10.2.2009)

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