Wenn Roboter auf Mohn ins Schwimmen kommen

9. Februar 2009, 19:23
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US-Forscher entwickeln Laufstrategien für Gliederfüßler

Washington - Das Ding sieht einigermaßen seltsam aus, und es bewegt sich ziemlich ungeschickt voran. Was vor allem auch daran liegt, dass SandBot - so der Name des etwas über zwei Kilo schweren Roboters - ausgerechnet auf Mohn unterwegs ist. Halt, warum ausgerechnet auf Mohn?

Nun, die Sache ist die: Während Roboter mit Beinen auf harten Oberflächen bereits annähernd so geschwind wie ihre sechsbeinigen Vorbilder aus dem Tierreich krabbeln können, tun sie sich auf Sand und ähnlichem Untergrund extrem schwer: Das flotte Krabbeln wird schnell zu einem langsamen Schwimmen im Treibsand.

Robotiker aus den USA haben deshalb SandBot auf Mohn gesetzt und beobachtet, wie man den artifiziellen Gliederfüßler am besten zum Laufen bringt. Wie Chen Li und seine Kollegen im US-Fachblatt PNAS (9. 2.) berichten, kommt es auf zwei nicht ganz überraschende Faktoren an: die Frequenz der Bewegungen und die Art des Untergrunds.

Je schneller sich die Beine bewegen und je feiner die Körnchen, desto leichter kam SandBot ins Schwimmen. Für den optimalen Gang indes, so die Forscher, müsse man noch sehr viel mehr über die Physik granularer Medien verstehen. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 10.2.2009)

  • SandBot schaufelt sich durch Mohn. Langsamere Bewegungen helfen beim Krabbeln, je feiner der sandige Untergrund ist.
    foto: chen li et al

    SandBot schaufelt sich durch Mohn. Langsamere Bewegungen helfen beim Krabbeln, je feiner der sandige Untergrund ist.

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