ORF sucht Zukunft in zwölf Kommissionen

9. Februar 2009, 18:19
45 Postings

"Wo geht die Reise hin?": Neue Arbeitsgruppen sollen herausfinden, wie der ORF Sparmaßnahmen umsetzen kann

Zwölf neue Arbeitsgruppen sollen herausfinden, wie der ORF Sparmaßnahmen umsetzen kann: Pensionierungen und Personalabbau, neuer Kollektivvertrag, Abteilungen auslagern, Programmwirtschaft neu ordnen (ein Kritikpunkt des Rechnungshofs). Der Gebührensender soll zudem bei der Finanzplanung jede Budgetposition grundsätzlich hinterfragen, statt auf Basis bisheriger Werte zu planen ("zero base budgeting").

Standort

Arbeitsgruppe 6 widmet sich dem künftigen ORF-Standort. Mitglied dieser Arbeitsgruppe ist zur Verwunderung mancher Kollegen ORF-Kommunikationschef Pius Strobl. Ihm sagte ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler besonderes Interesse an einem neuen Standort nach. Strobl arbeitete mit der Conwert früher im Immobiliengeschäft. Erfahrung bringt er also mit.
An dem neuen Standort (Kandidat: Wien-St. Marx) sollen Journalisten von Fernsehen, Radio und Online enger zusammenarbeiten. Wie das funktionieren kann, mögen die Chefredakteure von Fernsehen, Radio und Online bis Ende Februar ausarbeiten.

Radio

Das große Grübeln im ORF ereilt auch die Radio-Führungskräfte: Ihr Direktor Willy Mitsche lädt zur Klausur am 25. und 26. Februar. Frage dort: Wie wird Radio in einem gemeinsamen Newsroom nicht "vom attraktiveren Fernsehen oder vom schnelleren Online überrollt"? Gesucht zudem: Konzepte, damit die ORF-Radios "auch im Jahr 2015 ihre dominante Stellung im Radio halten können". Als gesichert gilt, dass Mitsche dann wie viele Kollegen nicht mehr ORF-Direktor ist. Mit einer für heuer geplanten Gesetzesnovelle soll auch die Führung wechseln. "Wo geht die Reise hin?", fragt Mitsches Einladung. Das wüsste der gesamte ORF gern. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 10.2.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zwölf Arbeitsgruppen sollen herausfinden, wie der ORF Sparmaßnahmen umsetzen kann.

Share if you care.