Reich werden mit Monopoly

9. Februar 2009, 18:00
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61-Jähriger gelang es, schwedisches Spielgeld in echte dänische Kronen zu tauschen

Kopenhagen - Eigentlich, so will man meinen, kennt jedes Kind den Unterschied zwischen Spielgeld (wie man es etwa bei Monopoly verwendet) und echtem Geld. Einer Schwedin ist es in Dänemark nun aber gelungen, einen Angestellten der Nordea Bank hinters Licht zu führen.
Die 61-jährige suchte die Nordea-Filiale im dänischen Svendborg auf, legte zwei schwedische Monopoly-Spielgeldscheine mit einem fiktiven Wert von 2000 schwedischen Kronen auf das Schalterpult und bekam dafür 1400 echte dänische Kronen. Mit Quittung und zum offiziellen Wechselkurs. Und dies, obwohl aus den Spielgeldscheinchen in dünnem Papier nicht einmal der schwedische König Gustav Vasa blickte - so wie auf den echten schwedischen Tausendern.

Vergoldeter Alterruhestand

Überrascht von ihrem Erfolg, verließ die Frau die Filiale. Zuhause hatte sie ja noch mehr Monopolyspielgeld - ein vergoldeter Altersruhestand zeichnete sich für sie ab. Und so fasste die Schwedin Mut und ging am nächsten Tag wieder zur Bank - dieses Mal mit deutlich mehr Spielgeld. Als sie dieses mal 8000 schwedische Spielkronen auf das Pult legte, rief der Kassier die Polizei - wegen Betrugsversuchs.
Die Mitarbeiter hatten das Spielgeld mittlerweile entdeckt und waren gewarnt. Die redegewandte Dame behauptet, dass sie von Dritten zu der Betrügerei gezwungen wurde. Ein Polizeibeamte vom Ort sagte, dass man tatsächlich glaubt, dass jemand in ihrem Umfeld sie, wenn auch nicht gezwungen, so doch überredet haben könnte, den Spielgeldtrick durchzuführen.

Keine Anklageerhebung

Auch die Beamten im Ort, so scheint es, amüsiert der Bagatellfall. Die Untersuchung sei noch am laufen, aber die Frau habe voraussichtlich keine Anklageerhebung zu befürchten, gab ein Beamte schmunzelnd zu Protokoll.
Bei dem Bankmitarbeiter habe es sich um einen "unroutinierten Mitarbeiter" gehandelt, rechtfertigt Nordea-Pressechef Claus Christensen, den etwas sonderbaren Vorfall. "Solange wir mit Menschen zu tun haben, passieren eben Fehler." (André Anwar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.2.2009)

 

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