Schiesser stellt Insolvenzantrag

9. Februar 2009, 17:23
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Wäschehersteller soll weitergeführt werden

Radolfzell - Der Wäschehersteller Schiesser hat Insolvenz beantragt. Trotz erfolgreicher Restrukturierung sowie einer positiven Geschäftsentwicklung habe die notwendige Anschlussfinanzierung nicht sichergestellt werden können, begründete der vorläufigen Insolvenzverwalter der Traditionsfirma, Volker Grub, am Montag die Entscheidung. Altlasten aus der Vergangenheit hätten zudem zu 65 Mio. Euro Bankschulden geführt.

Schiesser mit Sitz in Radolfzell am Bodensee (Kreis Konstanz) stellt Unter- und Nachtwäsche sowie Sportwäsche her. Das Unternehmen hat rund 2.300 Mitarbeiter. Schiesser wurde 1875 gegründet und ist heute eine Tochter der Schiesser Group AG mit Sitz im schweizerischen Küsnacht. Die Schiesser AG hat ihrerseits vier Tochtergesellschaften in Deutschland und neun in anderen europäischen Ländern.

Fortführung ist geplant

Trotz der Finanzprobleme beabsichtige der Vorstand jedoch, das Unternehmen zu sanieren und fortzuführen, teilte der Insolvenzverwalter mit. Ein Umsatzanstieg um 20 Prozent im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat und acht Prozent mehr Vorbestellungen für die Herbst- und Winterkollektion bestärkten die Führungsspitze bei diesem Vorhaben.

Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei 130 Millionen Euro. In Radolfzell hat Schiesser rund 600 Beschäftigte in den Bereichen Produktentwicklung und Design sowie Marketing, Vertrieb und Verwaltung. Die Belegschaft wird um 90 Stellen verringert. Die Produktion ist bereits vor Jahren nach Fernost und Osteuropa ausgelagert worden.

Radolfzells Oberbürgermeister Jörg Schmidt reagierte betroffen auf die Nachricht. Er vertraue jedoch auf die Entwicklung eines tragfähigen Sanierungskonzeptes, das einen Neuanfang erlaube und nicht das Ende der Traditionsmarke Schiesser in Radolfzell bedeute, hieß es in einer Mitteilung Schmidts. Gleichzeitig sicherte er Schiesser Unterstützung bei der Sanierung zu. (APA/dpa-AFX)

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