"Bei uns gibt es keinen Radikalismus"

11. Februar 2009, 13:35
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Der 25-jährige BZÖ-Chef Stark schließt Wiedervereinigung mit der FPÖ aus - Mit "vierstelliger Mitgliederzahl" sei der Einzug in den Landtag fix

"Wir werden allen Parteien Stimmen kosten", meint Robert Stark. Der 25-jährige Obmann des BZÖ Salzburg ist optimistisch. Denn laut Umfragen würde die Partei bei der Landtagswahl mit knapp vier Prozent den Einzug verpassen. Zum Vergleich: Das Kärntner BZÖ liegt in Umfragen derzeit bei etwa vierzig Prozent. Auch der Salzburger Politologe Herbert Dachs meinte kürzlich im Gespräch mit derStandard.at, das BZÖ sei so gut wie nicht existent.

Gefragt, wie viele Mitglieder die Partei in Salzburg zählt, ist Stark im Gespräch mit derStandard.at zurückhaltend: "Wie andere Parteien behalten wir das für uns. Außerdem sind wir keine Mitgliederpartei, sondern eine Bürgerrechtspartei". Nach mehrfachem Nachhaken verrät er, dass es sich "um eine vierstellige Zahl", handelt: "Eine niedrige, aber wir sind am guten Weg."

"Bessere Alternative"

Stark versteht seine Partei als "bessere bürgerliche Alternative zur ÖVP". Man sei frei von Bünden und vertrete vor allem die Mittelschicht. Zu seiner ehemaligen Partei, der FPÖ meint er, auch hier sei man die bessere Alternative: "Inhaltlich und personell. Und bei uns gibt es keinen Radikalismus."

Der junge Parteichef wechselte 2005 bei der Spaltung der FPÖ zum BZÖ. Für die Landtagswahl hat man sich zumindest ein bekanntes Gesicht geholt: Doris Tazl ist die orange Bürgermeister-Kandidatin. Die ehemalige Stadt-Klubobfrau wurde 2006 von der FPÖ ausgeschlossen. Das BZÖ kandidiert deshalb mit dem Listennamen: "Für Salzburg - Bündnis Zukunft Österreich & Liste Doris Tazl".

Chance für Junge

Eine Wiedervereinigung mit der FPÖ kann sich Stark nicht vorstellen: "Wir haben nichts mehr mit denen zu tun." Auch nicht, wenn der Einzug in den Landtag verpasst wird? "Das wird nicht passieren. Wir schaffen den Einzug sicher."

Mit 25 Jahren Parteichef, das hält der Wirtschaftsstudent jedenfalls nur beim BZÖ für möglich: "Hier bekommen die Jungen eine Chance. Schau'n Sie sich die anderen Parteien an, da wär' das unmöglich." Dass ältere Parteimitglieder damit ein Problem haben könnten, glaubt Stark nicht: "Dann hätten sie mich ja nicht gewählt." (lis/derStandard.at, 11. Februar 2009)

  • Mit 25 Jahren Parteichef: Robert Stark mit Bürgermeister-Kandidatin Doris Tazl.
    foto: standard/neumayr

    Mit 25 Jahren Parteichef: Robert Stark mit Bürgermeister-Kandidatin Doris Tazl.

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