Doka streicht 190 Stellen

9. Februar 2009, 16:02
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Der Schalungsplatten-Hersteller lässt weitere 1.000 Mitarbeiter in Amstetten und St. Martin ab März kurzarbeiten

Wien  - Der Schalungsplattenhersteller Doka, der zur international tätigen Umdasch-Gruppe mit Sitz in Amstetten gehört, streicht 190 Stellen in Österreich und fährt ab März Kurzarbeit. Der krisenbedingt ausbleibende Bedarf an Schalungssystemen erfordere den sozialplanbegleiteten Abbau von Arbeitsplätzen und eine vorläufig dreimonatige Kurzarbeit ab März 2009 für rund 1.000 Mitarbeiter, teilte das Unternehmen am Montag mit. 500 Leiharbeiter wurden wie berichtet bereits abgebaut.

Um möglichst viele Mitarbeiter im Unternehmen halten zu können, sei vorläufig für rund 1.000 Mitarbeiter am Standort Amstetten und St. Martin Kurzarbeit vorgesehen; ergänzt werde diese Maßnahme durch die Möglichkeit von Aussetzungsverträgen und Bildungskarenz.

"Kapazitätsanpassung"

In Amstetten produzieren derzeit 3.300 Mitarbeiter die Platten für den weltweit tätigen Konzern. Die Schalungen werden großteils vermietet - hier sei die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Weltweit beschäftigt der Umdasch-Konzern mit seinen beiden Bereichen Doka Schalungstechnik und Umdasch Shopfitting Group (Ladeneinrichtungen) derzeit knapp 8.000 Mitarbeiter und erwartetet für 2008 einen Konzernumsatz von 1,2 Mrd. Euro. Nun erfordere die Wirtschaftskrise bei Doka eine "Kapazitätsanpassung an die neue Marktlage".

Die im September 2008 von den Finanzmärkten ausgelöste Weltwirtschaftskrise habe nunmehr "nachhaltig auf die Realwirtschaft und damit auch auf die Baukonjunktur durchgeschlagen". Doka sei eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Beton-Schalungstechnik.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Doka-Umsatz auf über 900 Mio. Euro verdoppelt. Weltweit wurden 2.500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen - davon alleine 1.000 in Österreich. Dieser auf zweistelligen Umsatz- und Ergebniszuwachsraten gebettete Erfolgskurs werde "nunmehr jäh unterbrochen".

Nachfrage bricht ein

Mit Jahresbeginn sei die Schalungsgerät-Nachfrage aus der internationalen Bauwirtschaft "in einem noch massiveren Ausmaß als ursprünglich befürchtet" zurückgegangen, teilte der Konzern mit. Die bereits im Herbst 2008 getroffenen Sofortmaßnahmen wie der Abbau von Leasingpersonal, der Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie die Reduktion des Zukauf-Anteils, hätten den neuerlichen drastischen Nachfragerückgang nicht kompensieren können.

Das neue Maßnahmenpaket sei nach intensiven Beratungen in Abstimmung mit Belegschaftsvertretung, Sozialpartnern und AMS geschnürt worden. So müssen jetzt im Bereich Doka Österreich und in der Konzernzentrale Amstetten 190 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zur Minderung sozialer Härten sehe der Sozialplan nach Betriebszugehörigkeit, Lebensalter und familiärer Situation gestaffelte freiwillige Abfertigungen vor. Darüber hinaus bestehe im Rahmen der Umdasch-Arbeitsstiftung die Möglichkeit, Umschulungs- und Ausbildungsangebote in Anspruch zu nehmen. (APA)

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