Beratung komprimiert

9. Februar 2009, 14:25
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In ausgewählten Filialen der teilnehmenden Geldinstitute können sich Unternehmer in Sachen Lukrierung von Fremdmitteln beraten lassen

Wien - Eine Reihe auch von Wiener Klein- und Mittelbetrieben (KMU) haben derzeit ihre liebe Not, an Kredite zu kommen. Hier soll seit 16. Februar eine sogenannte Banken-Aktionswoche entgegenwirken: In ausgewählten Filialen der teilnehmenden Geldinstitute können sich Unternehmer, die momentan Schwierigkeiten bei der Lukrierung von Fremdmitteln haben, von Experten unterschiedlicher Wirtschaftsinstitutionen beraten lassen, erläuterte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) das Konzept.

Die Teilnehmer

An der Aktionswoche, die bis zum 20. Februar läuft, werden UniCredit-Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen in Wien, BAWAG PSK und Volksbank teilnehmen. Neben Ansprechpartnern der jeweiligen Bank werden in den teilnehmenden Filialen auch Mitarbeiter des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), des Austria Wirtschaftsservice (AWS) sowie der Wirtschaftskammer (WKW) für Tipps hinsichtlich Förderungen und für Fragen rund um Unternehmens- und Investitionsfinanzierung zur Verfügung stehen. Diese "Tage der offenen Tür" seien ein wichtiger Schritt, um den Kreditfluss für die KMUs als "Rückgrat der Wiener Wirtschaft" aufrecht zu halten, erklärte Brauner.

Gebündelte Kompetenz

Für WKW-Präsidentin Brigitte Jank ist das "besondere Asset" der anstehenden Aktionswoche, dass alle Ansprechpartner an einem Ort gebündelt konsultiert und somit sämtliche Problemstellungen auf einmal besprochen werden können. Wie Erfahrungen aus der - Mitte November 2008 ins Leben gerufenen - Ombudsstelle zeigten, sei die Ablehnung von Kreditansuchen häufig die Folge unzureichender Unterlagen. Deshalb würde die Kammer auch beratend bei deren bankengerechten Erstellung zur Seite stehen.

Laut Jank sind Banken die wichtigste Finanzierungsform für kleine und mittlere Betriebe. Zwar sei der Großteil der Firmen mit ihrer Hausbank in Finanzierungsfragen zufrieden. Klagen gebe es aber wegen erhöhter Sicherheitsauflagen der Banken und teurer gewordener Kredite. "Hier geht es oft um die Aufnahme vergleichsweise geringer Summen von einigen tausenden Euro, die für den einzelnen Betrieb aber viel bedeuten", so die Präsidentin.

Psychologische Maßnahme

Die Aktionswoche wurde auf dem kürzlich abgehaltenen zweiten Wiener Bankengipfel beschlossen. An diesem nahmen unter anderem Notenbankchef Ewald Nowotny, Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) sowie Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer, teil. Letzter gestand heute ein, "dass wir auf Wiener Ebene sicher nicht das große Bankenproblem lösen werden können". Die Aktionswoche sei allerdings eine wichtige psychologische Maßnahme, um die vorherrschende 'Ich krieg sowieso keinen Kredit'-Mentalität zu durchbrechen. (APA)

 

Alle teilnehmenden Bankfilialen und deren Öffnungszeiten finden sich u.a. auf der Homepage der Wiener Wirtschaftskammer.

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