Ein voller Bauch spendiert gerne

9. Februar 2009, 14:58
20 Postings

Musik und Suppe: Zum siebten Mal arbeiteten Künstler und Köche unentgeltlich für eine gute Sache

Auf den Pass kommt es an: Das weiß "Ehe ohne Grenzen". Der Verein, der sich für die Rechte binationaler Partner einsetzt, feiert in diesem Monat seinen dritten Geburtstag. Zu diesem Anlass widmete ihm die Charity-Aktion "Wärmespender" eine Galanacht im Porgy und Bess.

Auch hier zählte ein Pass: Der Suppenpass. Sieben Suppen der besten Restaurants der Stadt standen zu Auswahl. Das Konzept ging auf: Unter dem Motto "Isst da jemand?" drängten sich die Gäste vor den Kochtöpfen. Ein Favorit war die Kürbiscremesuppe mit Kernöl vom Meinl am Graben. "Wir haben 500 Sitzplätze verkauft", freut sich Co-Veranstalter Christoph Möderndorfer. Gemeinsam mit der Schauspielerin Gabriela Hegedüs ("Fallen") organisiert er die Spendengala zu Gunsten von sozialen Projekten seit sechs Jahren.

Finanzielles Überleben

Für die Musik sorgten zwei Generationen österreichischer Musiker. Eva Jantschitsch alias Gustav, Florian Horwarth und Ernst Molden traten genauso auf wie Harri Stojka und Karl Ratzer. Suppenköche und Künstler arbeiteten unentgeltlich. Nach dem Auftritt von Gustav gab es minutenlang "Zugabe"-Rufe. Als Moderator Dirk Stermann zurück auf die Bühne kam, um den nächsten Künstler anzusagen, wurde er ausgebuht. "Das ist ja so, als würde ich in Kärnten auftreten", meinte er dazu.

Organisatoren Christoph Möderndorfer und Gabriela Hegedüs mit Moderator Dirk Stermann

Viele Menschen hätten dieses Jahr gefragt, warum Möderndorfer und Hegedüs gerade dieses Projekt unterstützen. "Es ist schon sehr speziell, aber für Ehe ohne Grenzen geht es ums finanzielle Überleben. Das ist uns wichtiger, als dass große Organisationen noch zusätzlich ein Promille Gewinn machen", sagt Möderndorfer.

Angela Magenheimer, Obfrau von Ehe ohne Grenzen plädiert für eine Änderung des Bleiberechts: "Es verhindert Familiengründungen und wirkt alles andere als integrierend. Mit dem erforderlichen Mindesteinkommen von 1158 Euro netto plus Mietkosten können sich viele Menschen binationales Familienleben einfach nicht leisten." (Julia Schilly, derStandard.at, 9.2.2009)

  • Zöpfe und Ziehharmonika: Gustav in Bühnen-Outfit
    foto: christian stipkovits

    Zöpfe und Ziehharmonika: Gustav in Bühnen-Outfit

  • Auch die Köche mussten auf die Bühne und sich den Fragen von Stermann stellen: "Wie ist das so, beruflich Suppe zu kochen?"
    foto: christian stipkovits

    Auch die Köche mussten auf die Bühne und sich den Fragen von Stermann stellen: "Wie ist das so, beruflich Suppe zu kochen?"

Share if you care.