Streit um Landes-Stiftung

9. Februar 2009, 13:54
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Die Tiroler SP hält eine eigene Arbeitsstiftung dem Unternehmen "zumutbar", Landeshauptmann Platter hält die Vorgangsweise für berechtigt

Innsbruck - 150 Stellen sollen bei Swarovski in Wattens gestrichen werden (derStandard.at berichtete), die Mitarbeiter sollen in einer vom Land und dem Arbeitsmarktservice (AMS) geförderten Arbeitsstiftung untergebracht werden. An dieser Vorgehensweise wurde am Montag scharfe Kritik laut.

"Stiftung nur für KMU"

"Einem Unternehmen, das in den letzten Jahren große Gewinne eingefahren hat, kann zugemutet werden, eine eigene Arbeitsstiftung einzurichten", meinte der Tiroler SP-Klubobmann LAbg. Ernst Pechlaner. Grundsätzlich sei die Landesarbeitsstiftung für die Klein- und Mittelbetriebe ins Leben gerufen worden. Swarovski sei natürlich ein wichtiger Leitbetrieb für Tirol, der aber nicht automatisch in schwierigen Zeiten auf die Öffentliche Hand zurückgreifen könne, sagte der Klubobmann.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) äußerte hingegen Verständnis für das Kristallunternehmen. Es sei natürlich bedauerlich, wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen keine Arbeit mehr haben. "Aber mir ist es auch wichtig, dass das Land Tirol ein solches Paradeunternehmen unterstützt", erklärte er gegenüber "Radio Tirol". Es sei der falsche Ansatz, dem Unternehmen einen Vorwurf zu machen. Kritischen Stimmen warf Platter Populismus vor.

Dinkhauser fordert Zeichen der Solidarität

Fritz Dinkhauser vom Bürgerforum sprach sich ebenfalls gegen die Verwendung öffentlicher Gelder für Swarovski aus und forderte ein "Zeichen der Solidarität" mit der Belegschaft durch die Familie. Swarovski habe in den vergangenen Jahren Gewinne wie noch nie in der Firmengeschichte geschrieben, diese solle das Unternehmen verwenden, um "Brücken zu bauen" für die Arbeitnehmer. Allein 2007 und 2008 seien die Umsätze bei 2,5 Mrd. Euro gelegen. Das entspreche in etwa dem Budget des Landes Tirol.

Derzeit beschäftigt Swarovski in Wattens rund 5.800 Mitarbeiter. In den kommenden Wochen soll die Zahl der Produktionsmitarbeiter um 150 reduziert werden, hatte das Unternehmen am Sonntag mit Hinweis auf das "schwieriger gewordene Marktumfeld" angekündigt. (red/APA)

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    Swarovski habe in den vergangenen Jahren "Gewinne wie noch nie in der Firmengeschichte" geschrieben, darauf wies Fritz Dinkhauser vom Bürgerforum am Montag hin (Bild: Swarovski-Filiale in Tokio).

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