Homosexuellen-Initiativen mit heftiger Kritik

9. Februar 2009, 13:39
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Graupner: "Das Gute ist, dass sie immer weniger ernst genommen werden" - SoHo: "Viele Lesben und Schwule sind mit Sicherheit bessere Christen"

Wien - Die Aussagen des designierten Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner, wonach Schwule und Lesben geheilt werden könnten und behandelt werden sollten, empören Homosexuellen-Initiativen. Nachdem bereits die HOSI Linz unter dem Motto "Man kann auch Katholizismus heilen" zum Kirchenaustritt aufgerufen hatte, setzte es auch am Montag heftige Kritik. So sagte Rechtsanwalt Helmut Graupner für das Rechtskomitee Lambda, "Vereinigung zur Wahrung der Rechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer", zur APA: "Das Gute ist, dass sie immer weniger ernst genommen werden."

Keine Klage

Lambda wird keine Klage gegen die Aussagen Wagners erheben, denn diese seien auch nicht klagbar. "Es ist genau das, was wir kritisieren, dass es keinen Diskriminierungsschutz für Homosexuelle, übrigens auch Frauen und Behinderte im Strafrecht gibt." Vom Verhetzungsparagrafen seien nur ethnische und religiöse Gruppen geschützt. Was es der Kirche ermögliche, gegen Homosexuelle zu hetzen, man im umgekehrten Fall aber dafür belangt würde. Daher bereite man bei Lambda eine Klage gegen den Verhetzungsparagrafen an sich vor, nach dem Motto "gleiches Recht für alle".

Auch zivilrechtlich hätte eine Klage keinen Sinn, so der Anwalt. Solange Wagner niemanden persönlich angreife, könne man nicht dagegen vorgehen. "Von der katholischen Kirche ist man eh nichts anderes gewohnt", so Graupner. "Die beste Antwort wäre ein rascher Beschluss des Partnerschaftsgesetzes." Gesellschaft und Staat sollten homosexuelle Paare endlich gleichbehandeln.

"Verbal bespuckt"

Heftige Kritik kam auch von der Initiative Sozialdemokratie und Homosexualität (SoHo): "Holocaust-Leugnungen, Hetze gegen Andersgläubige und Verteufelung von Homosexualität als Krankheit, Perversion und kriminelle Handlung, das scheint bei so manchen Vertreterinnen und Vertretern in der katholischen Kirche seit geraumer Zeit in aller Munde zu sein. Wer nicht dem Weltbild diverser Damen und vor allem Herren in der katholischen Kirche und deren zum Teil skurrilen Ausläufern entspricht, wird gnadenlos beschimpft, verurteilt, verhöhnt und geradezu verbal bespuckt", sagte Peter Traschkowitsch, Bundesvorsitzender der SoHo.

"Wer auf diese Weise ganze Menschengruppen mit Verachtung, Intoleranz und Überheblichkeit überschüttet, dem steht es nicht zu, von Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu sprechen und zu predigen", so Traschkowitsch. "Wissen Sie, viele Lesben und Schwule sind mit Sicherheit bessere Christen bzw. Katholiken als so mancher ihrer Vertreter, denn wir haben gelernt unsere Mitmenschen zu akzeptieren, vor allem zu integrieren und zwar so, wie sie sind." (APA)

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