Neue Vorwürfe gegen Außenminister

9. Februar 2009, 13:31
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Kontroverse um Beratervertrag mit irakischen Kurden

Paris - Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner muss sich gegen neue Vorwürfe zur Wehr setzen. Der Minister habe "zu Gunsten seiner engen Freunde" für einen sehr großen Vertrag im Gesundheitssystem der nordirakischen Kurdengebiete gesorgt, berichtete der Internetdienst "Bakchich" am Sonntag. Die Vertragssumme von 275.000 Euro sei unüblich hoch, zumal der Vertragsinhalt vage sei. Die vereinbarte Studie werde von einem Freund Kouchners geleitet, der wie der Minister ein ehemaliges Führungsmitglied der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) sei.

Kouchner verwahrte sich umgehend gegen die Anschuldigung. Die kurdische Regionalregierung habe einen Beratervertrag mit der französischen Regierungsorganisation FCI geschlossen, erklärte das Außenministerium in Paris. Der Vertrag sei nach Beratungen auf irakischer und französischer Seite "im üblichen Wortlaut" verfasst worden. Das Ministerium verurteilte eine "Verleumdungskampagne" gegen seine Mitarbeiter.

Kouchner war vergangene Woche durch ein Buch des Erfolgsautors Pierre Péan in den Ruch der Vetternwirtschaft gekommen. Der Journalist Pierre Péan wirft dem Außenminister vor, die Ausübung öffentliche Ämter mit Beratertätigkeiten für afrikanische Regierungen vermengt zu haben. Kouchner hatte dies vehement dementiert; Präsident Nicolas Sarkozy sprach ihm sein volles Vertrauen aus. (APA/AFP)

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