Managergehälter weiter in Diskussion

9. Februar 2009, 13:28
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Anlegerschützer Rasinger spricht sich gegen eine gesetzliche Deckelung aus, die Industrie sieht einen "Populismuswettbewerb"

Wien - Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hat sich in der Diskussion um eine mögliche Deckelung von Manager-Gehältern gegen eine gesetzliche Begrenzung ausgesprochen. Hier seien die Aufsichtsräte gefordert, und nicht der Gesetzgeber, so der Präsident des Interessenverbandes der Anleger (IVA). Er will vor allem auf mehr Transparenz setzen und fordert die Abschaffung von ungerechtfertigten Begünstigungen, mit denen sich die Firmenbosse ihre Einkommen aufbessern lassen.

Vergütungsbericht

So solle in den Geschäftsberichten der Unternehmen künftig auch ein Vergütungsbericht enthalten sein, der sämtliche Bezüge und "geldwerten Vorteile" für alle Vorstandsmitglieder und der Top-Ten-Verdiener ausweist, schlägt Rasinger vor. Vorstände sollten Prämien nur für echte Gewinne erhalten, also nicht für solche, die durch Aufwertungen entstehen.

Prinzipiell sollten erfolgsabhängige Vergütungen frühestens nach drei Jahren oder überhaupt erst sechs Monate nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ausbezahlt werden, wenn sich das Unternehmen bis dahin weiter positiv entwickelt hat. Die Sechstel-Begünstigungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld ab einem Jahresbruttobezug von 60.000 Euro bzw. ab der Höchstbemessungsgrundlage für die Sozialversicherung sollten abgeschafft werden, ebenso die steuerlichen Begünstigungen für Stock-Option-Programme, schlägt Rasinger vor.

IV-General: "Populismuswettbewerb"

Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, nannte die Diskussion am Montag im Ö1-Mittagsjournal "eine Art Populismuswettbewerb" und wies darauf hin, dass Österreichs Manager gemessen an internationalen Standards ohnehin nicht so viel verdienen, nämlich "im europäischen Vergleich im unteren Drittel." Weiters seien in den Managerbezügen üblicherweise ohnehin schon leistungsabhängige Parameter enthalten, und gute Leute bekomme man nur, wenn man gute Leistung entsprechend entlohne. (red/APA)

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