Svindal ist Kombi-Champion

9. Februar 2009, 12:01
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Norweger gewinnt seine zweite Medaille in Val d'Isère - Lizeroux fuhr von Platz 22 noch zu Silber, Bronze an Kroaten Zrncic-Dim - ÖSV-Team nur in Nebenrolle

Val d'Isere - Dass Aksel Lund Svindal ausgerechnet die Super-Kombination der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere gewinnt, damit hat er wohl selbst nicht gerechnet. Der Norweger holte sich nach Bronze im Super-G die zweite Medaille in Savoyen, er setzte sich im dichten Schneetreiben unter Flutlicht 0,90 Sekunden vor dem Franzosen Julien Lizeroux und 1,58 vor dem Kroaten Natko Zrncic-Dim durch.

Hirscher, Graf, Raich out

Als einziger Österreicher kam Romed Baumann auf Rang acht ins Ziel (+2,21). Die WM-Debütanten Marcel Hirscher und Bernhard Graf fielen im Flutlichtslalom aus, Benjamin Raich hatte bereits am Vormittag in der Abfahrt das Ziel nicht gesehen. Die ÖSV-Herren sind damit nach drei Bewerben immer noch ohne Medaille.

Im Nachtslalom fielen die Favoriten der Reihe nach den schwierigen Verhältnissen auf der "Face de Bellevarde" zum Opfer, so schieden u.a. die nach dem Speed-Teilbewerb in hervorragendender Ausgangsposition liegenden Jean-Baptiste Grange (FRA) - zum Leidwesen der vielen tausend Zuschauer - und Bode Miller (USA) aus. Lizeroux gelangt der Sprung von 22 auf 2, der 29-Jährige aus Albertville hatte im Jänner den Kitzbühel-Sieg seinem im Juli 2008 bei einem Basejump-Unfall verstorbenen Bruder Yoann gewidmet.

Stolz, ein Vize zu sein

"Es war schon ein toller Moment, in Kitzbühel den Slalom gewonnen zu haben. Aber dass hier ist noch viel besser. Ich war fast drei Sekunden hinter dem Führenden in der Abfahrt, in der Pause habe ich mir in meinem Zimmer gedacht, ich muss einfach 100 Prozent geben", meinte Lizeroux, der sich mit Svindal freute: "Aksel ist ein großartiger Skiläufer und ich bin sehr stolz, sein Vize-Weltmeister zu sein."

Svindal, der 14 Monate nach seinem schweren Unfall in Beaver Creek sein eindrucksvolles Comeback krönte, hatte nach der Abfahrt geführt und sprach nach dem entscheidenden Slalom von einem "guten Timing". "Julien ist so gut gefahren und alle waren weit hinten, ich habe gewusst, ich muss richtig Gas geben, sonst habe ich keine Chance. Bester Allrounder ist immer noch der, der den Gesamt-Weltcup gewinnt", sagte der 26-jährige Doppel-Weltmeister von Aare 2007, der sich immer noch etwas über die Spezialabfahrt ärgerte. "Heute habe ich gezeigt, dass ich doch schnell bin. Es ist ein schönes Gold nach einer Abfahrt, nach der ich sehr enttäuscht war." Nach seinem Unfall wollte er nur zurückkommen und um Podestplätze mitfahren, deshalb bedeute ihm dieses Gold sehr viel.

Zrncic-Dim jubelt über Bronze

Der drittplatzierte Zrncic-Dim ist im Team von Ex-ÖSV-Abfahrtscoach Walter Hubmann (trainiert auch im Burgenland Kondition bei Heinrich Bergmüller) und jubelte nach Bronze: "Das ist der schönste Tag in meinem Leben, hier habe ich auch meine ersten Weltcuppunkte in der Kombi und meinen ersten Weltcup-Podestplatz geholt. Ich liebe Val d'Isere, das ist für mich der schönste Platz."

Wenig Grund zum Jubeln hatten die Österreicher. "Wenn ich auf die Liste schaue und sehe, wie knapp ich dabei gewesen wäre mit einem gutem Slalom, zipfts mich schon ein bisserl an. Ich habe in der Abfahrt wegen der Sicht zu viel verloren, im Slalom bin ich noch nicht so in Form. Es war extrem schwierig, weil die Piste extrem nachgelassen hat, da hat mir die Routine gefehlt", meinte Baumann, dem auf Bronze 0,63 Sekunden fehlten.

Hirscher, der eine gute Abfahrt hingelegt hat, scheiterte im Slalom: "Zu viel riskiert habe ich nicht. Man hat an Lizeroux gesehen, dass nur so der Weg zu einer Medaille führt", meinte der 19-Jährige, der auf gutem Weg gewesen war, und vom schwierigsten Slalom der Saison sprach: "Teilweise sind wir im Tiefschnee gefahren, teilweise auf der Abfahrtspiste und damit auf blankem Eis", beschrieb er die Verhältnisse.

"Zu viel des Guten"

Bernhard Graf, wie Hirscher WM-Debütant, sah ebenfalls das Ziel im Slalom nicht. "Ich habe oben einen gröberen Fehler gehabt und dann zu viel riskiert. Das war dann zu viel des Guten, ich bin zu direkt gefahren. Natürlich bin ich ein bisserl enttäuscht, aber ich habe sehr viel Erfahrungen gesammelt da und das werde ich mitnehmen und versuchen, was daraus zumachen", meinte der 20-Jährige, der auch in der Abfahrt bei einer scharfen Rechtskurve gepatzt hatte.

Bereits in der Abfahrt ausgeschieden war Benjamin Raich, der daraufhin die Heimreise antrat. "Ich bin enttäuscht. Aber ich muss das so schnell wie möglich abhaken und in die Zukunft schauen", meinte der Pitztaler, der Dienstag und Mittwoch in Jerzens trainieren und dann für den Riesentorlauf am Freitag und Slalom am Sonntag in den WM-Ort zurückkehren wird. "Benni muss schauen, dass er jetzt wieder in Schuss kommt. Das ist wichtiger als der Teambewerb", meinte ÖSV-Alpinchef Hans Pum dazu.(APA)

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    Um die Wette strahlen: Julien Lizeroux, Aksel Lund Svindal und Natko Zrncic-Dim.

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    Marcel Hirscher allein am Slalomhang.

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