Scans bei Kreuzschmerzen wirkungslos

9. Februar 2009, 12:05
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Behandlung profitiert von Röntgenaufnahmen nicht - Ärzte führen Scans oft routinemäßig durch

Portland - Die Scans, die routinemäßig bei Patienten mit Kreuzschmerzen durchgeführt werden, verbessern den Erfolg der Behandlung nicht. Wissenschaftler der Oregon Health and Science University analysierten sechs Tests, an denen mehr als 1.800 Patienten teilnahmen. Sie konnten keine Vorteile durch die Scans nachweisen. Die Teilnehmer wurden nach der Behandlung bis zu einem Jahr lang weiter begleitet. Frühere britische Studien sind laut BBC zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

Keine Verbesserung durch Sofort-Scans

Am meisten Gültigkeit hatten die aktuellen Forschungsergebnisse für jene Art von Kreuzschmerzen, die normalerweise von einem praktischen Arzt behandelt werden. Das Team um Roger Chou untersuchte Schmerz, Beweglichkeit, Lebensqualität, geistige Gesundheit, von den Patienten berichtete Verbesserungen und ihre Zufriedenheit mit der Behandlung. Alle Teilnehmer wurden randomisiert und erhielten entweder sofort Scans oder die Standard-Behandlung. Personen aus der zweiten Gruppe wurden Scans angeboten, wenn sich ihr Zustand innerhalb von drei Wochen nicht verbesserte. Die Wissenschaftler konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der sofortigen Durchführung von MRI-Scans oder Röntgenbildern und der normalen Behandlung feststellen. Das galt kurzfristig bis zu drei Monaten und auch langfristig zwischen sechs und zwölf Monaten.

Röntgenbilder aus Routine

Chou betonte jedoch, dass manche Ärzte diese Maßnahmen immer noch routinemäßig durchführten, möglicherweise um sich und den Patienten ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Die Erwartungen der Patienten könnten aber ebenso eine Rolle spielen wie finanzielle Anreize für die Ärzte. Bei einer Studie gaben 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich bei Kreuzschmerzen Röntgenaufnahmen unterziehen würden. (pte)

 

Abstract

The Lancet

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wissenschafter konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der sofortigen Durchführung von Röntgenbildern und der normalen Behandlung bei Rückenschmerzen feststellen

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