Conficker zwang auch französische Luftwaffe in die Knie

9. Februar 2009, 17:35
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Militär musste zu drastischen Mitteln greifen um Wurm los zu werden - Kommunikation gekappt

Wie anfällig auch hochsensible Kommunkationsstrukturen für simple Wurm-Attacken sind, hat der in den letzten Monaten grassierende "Conficker"-Schädling bereits ausführlich demonstriert: So wurden nicht nur Kärntner Spitäler kalt von dem Wurm erwischt, selbst die britische Armee hatte so ihre liebe Müh' damit den Schädling wieder loszuwerden.

Infektion

Wie jetzt erst bekannt wurde, gab es aber noch ein weiteres prominentes Opfer von Conficker: Mitte Jänner hat es laut einem Bericht von Intelligence Online auch die französische Luftwaffe kalt erwischt. Über den bereits bekannten Infektionsweg eines von MitarbeiterInnen mitgebrachten USB-Sticks dürfte sich der Wurm dabei am 12. Jänner in das interne Netz des Militärs eingeschlichen haben, zunächst einmal relativ unbemerkt.

Schaden

Erst neun Tage später wurde die Infektion mit Conficker identifiziert, zu diesem Zeitpunkt hatte der Wurm bereits nachhaltigen Schaden entfaltet, so soll es den Rafale-Marinejets wegen fehlender Flugpläne nicht mehr möglich gewesen sein, zu starten. Ein Vorfall, den das französische Militär mittlerweile bestätigt, sich aber darum bemüht zeigt, die Reichweite herunterzuspielen: Laut eines Marinesprechers sei nur das "Intramar"- und nicht das - sensiblere "Sicmar"-Netzwerk betroffen gewesen, auch seien keinerlei Daten verloren gegangen oder gar nach außen gelangt.

Abgehängt

Eine Beschwichtigung, die angesichts anderer Fakten wohl nur begrenzt für Beruhigung sorgen wird: So bestätigt das Militär, das man aus Sicherheitsgründen das gesamte Netz vorübergehend kappen musste, angeblich soll den Angehörigen der Luftwaffe gar zwei Tage lang die Benutzung ihrer Computer vollständig untersagt worden sein.

Alarmierend

Der Vorfall wirft jedenfalls erneut ein äußerst schlechtes Licht auf die Sicherheitsstandards bei so manchen europäischen Streitkräften. So konnte Conficker für nachhaltige Probleme sorgen, obwohl er nicht einmal eine richtige Schadensroutine besitzt, sondern lediglich auf die eigene Weiterverbreitung bedacht ist. Noch dazu ist die von Conficker genutzt Windows-Lücke seit Monaten bekannt und von Microsoft mit einem Patch versehen. Was hier ein speziell vorbereiteter Wurm ausrichten könnte, der auf eine noch nicht öffentlich bekannte Sicherheitslücke abzielt, ist unschwer auszumalen. (red)

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    Ohne Flupläne geht auch beim Rafale-Jet nichts

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