Deutsches Unternehmen bietet PC mit Mac OS X an

9. Februar 2009, 10:36
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Hypermeganet bietet den PearC ab 499 Euro an - "In Deutschland ist das legal"

Apple ist auf Nachahmer nicht gut zu sprechen. Dass eine Kopie der Hardware nicht geduldet wird, ist klar. Der Hersteller aus Cupertino verbietet aber auch, das Mac-Betriebssystem auf Rechnern anderer Hersteller zu installieren. Trotzdem versuchen einige Hersteller den Apple zu kopieren - wie nun die deutsche Firma Hypermeganet.

Mac OS X nur auf Apple-Hardware

Statt dem Apfel trägt der PearC eine Birne als Logo. Als Betriebssystem kommt natürlich Mac OS X zum Einsatz. Laut EULA (End User Licence Agreement) wird das allerdings nicht gestattet. Die Software des Unternehmens darf demnach nur auf der hauseigenen Hardware installiert werden. Eine Tatsache, die bei der Windows-Version des Browsers Safari für Verwirrung sorgte, bis Apple die EULA nachbesserte.

Kein Mac-Pro-Klon

Hypermeganet bietet den PearC, der optisch nicht viel mit den Apple-Rechnern gemein hat, um 499 Euro an. Bei der Hardware wurde Apple nicht kopiert, stattdessen werden herkömmliche PC-Komponenten verwendet. Das Unternehmen lässt den Kunden die Wahl, Mac OS X, Windows XP oder Vista zu installieren. Der Rechner ist in den drei Varianten Starter, Advanced und Professional mit entsprechenden Hardware-Optionen verfügbar. So kommen in der Professional-Version etwa Intels neue Core i7-Prozessoren zum Einsatz. Auch Blu-ray-Brenner werden optional verbaut, allerdings ist es damit derzeit nicht möglich Blu-ray-Filme anszusehen.

Apple-Hardware vortäuschen

Damit Mac OS X auf der PC-Hardware läuft, setzt der Hersteller laut Spiegel ein emuliertes Software-EFI (Extensible Firmware Interface) ein. Damit wird der Software vorgetäuscht, dass die auf Apple-Hardware installiert wird. Der Hersteller versichert, dass damit auch Software-Aktualisierungen möglich sind. Eine andere Methode, Mac OS X auf einem PC zu installieren, ist den Kernel zu manipulieren. In dem Fall wären die Update allerdings nicht möglich.

"In Deutschland legal"

Einen ähnlichen Versuch startete zuvor schon das US-Unternehmen Psystar, mit dem Ergebnis eines nun schon seit Monaten andauernden Rechtsstreits mit Apple. Bei Hypermeganet ist man allerdings sicher, dass das Angebot nach deutschem Recht legal ist. "Die deutsche Gesetzgebung ist in diesem Fall auf der Seite der Endverbraucher. Endbenutzer-Lizenzverträge werden in Deutschland nur dann zum Vertragsbestandteil, wenn sie vor dem Kauf der Software vereinbart wurden. Die Einschränkung, die Apple für sein Betriebssystem Mac OS X in der EULA macht, hat daher in Deutschland keine rechtliche Bewandtnis (BGB §307). Wir sind daher davon überzeugt, dass unser Produkt in Deutschland legal ist", heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Bislang habe Apple laut dem Spiegel noch nicht auf den PearC reagiert. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Anwälte des Unternehmens das Angebot bereits prüfen. (red)

  • Ein PC mit Mac OS X aus Deutschland
    foto: pearc.de

    Ein PC mit Mac OS X aus Deutschland

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