Den Füllfederhalter gibt es seit 125 Jahren

30. März 2009, 15:41
  • Bereits mehr als 125 Jahre alt: der Füllfederhalter
    foto: photodisc

    Bereits mehr als 125 Jahre alt: der Füllfederhalter

Der Wunsch nach Verträgen ohne Tintenklekse führte zur Erfindung des Schreibgeräts

"Die Tinte macht uns wohl gelehrt, doch ärgert sie, wo sie nicht hingehört." Schon Johann Wolfgang Goethe wusste gutes Schreibgerät zu schätzen. Lewis Edson Waterman hätte sich mit dem deutschen Dichter sicher gut verstanden. Denn der dauernde Ärger über Tintenkleckse war es, der den Amerikaner im Jahr 1883 zur Erfindung des Füllfederhalters geführt hat. Vor mehr als 125 Jahren, am 12. Februar 1884, meldete Waterman seinen Geistesblitz zum Patent an.

Hintergrund

1883 stand Waterman vor dem Versicherungsgeschäft seines Lebens. Ein ausgehandelter Vertrag sollte nur noch mit einer Unterschrift besiegelt werden. Doch die Signatur zerrann unter einem Kleks schwarzer Tinte. Die Urkunde war ungültig. Während Waterman einen neuen Vertrag auftreiben wollte, suchte sein Geschäftspartner das Weite und der Deal platzte.

Nicht verwunderlich also, dass sich Lewis Waterman einen Füllfederhalter herbei gesehnt hat, der schreibt statt schmiert. Er begann zu tüfteln. Ein Schreibgerät mit Metallfeder und Tintenreservoir gab es schon, jetzt fehlte noch eine kleine Öffnung, in der sich die Tinte sammeln und dadurch gleichmäßig über feine Kanäle auf das Papier fließen konnte. Nach diesem Prinzip funktionieren Füllfederhalter bis heute.

Daraufhin gründete Waterman die "Waterman Pen Company". Es dauerte einige Zeit, bis das Geschäft in Schwung kam. Erst 1888 konnte er die Herstellung im großen Rahmen in einer Fabrik in Miontreal angehen, in der verschiedene Designs produziert wurden.

Den weltweiten Siegeszug seiner Erfindung erlebte Lewis Waterman nicht mehr. Nach seinem Tod 1901 übernahm sein Neffe die Füllerfabrik und brachte den Schreiber nach Übersee, wo er bald 350.000 "Regular" pro Jahr verkaufte. (red)

 

 

mion hat doch beim VSV gespielt und nicht bei den canadiens, oder?!

abgesehen davon, war die füllfeder ein horror für die meisten schüler, vor allem in einer zeit, als es schon kugelschreiber gab.

auch heute noch werden füllfedern und ihre "patronen" von eltern nicht geschätzt, wegen der kosten (die fluktation besonders an volksschulen läßt vermuten, das es irgendwo eine "füllfeder-familie" gibt) und der flecken.

LAMY

ich schreib sehr gerne mit füllfederhalter. ich hab einige sauteure ausprobiert und GsD einen guten verkäufer gehabt, der mich immer wieder bekräftigte "die schrift muss fließen, die hand ohne verkrampfung schreiben" es wurde ein LAMY vor inzwischen 7 jahren. im betrieb bin ich bekannt dafür, mit tinte zu schreiben - anfangs belächelt, haben sich inzwischen einige wenige angeschlossen. füllfederhalter ist einfach anders als "kuli"... ps: schöner bericht - danke

wie kommen Sie darauf?

im artikel steht doch richtig 'zerrann'

Sie wissen schon, dass der Bericht nicht in Stein gemeißelt ist.
Werner Eder hat recht, gestern stand noch "zerronn".

zerronn?

Ich dachte, das heißt zerrinnt - zerrann - zerronnen...

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