Patriotisch beleidigt

8. Februar 2009, 20:02
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Bereits eine Stunde vor dem Start sorgte der ORF für wohlig-patriotische Schauer - Es endete mit einem: "Des zipft mi jetzt an"

Bereits eine Stunde vor dem Start zur WM-Abfahrt in Val d'Isère sorgt der ORF für wohlig-patriotische Schauer. Unsere Abfahrer werden ins allerbeste Licht gerückt. Ein elegischer Ton schleicht sich ein, über Hermann Maiers "möglicherweise letzte WM-Abfahrt" wird spekuliert - schon vor Beginn. Gemein.

Und dann ist es nach etwas mehr als zwei Minuten tatsächlich vorbei. Die "Bronchitis der Nation" (Copyright Benno Zelsacher, der Standard) hat uns etwas gehustet. Das hebt nicht gerade die Stimmung in der Moderatorenkabine, der Frust muss irgendwohin. Die Richtung ist schnell gefunden, "die französische Regie" schlampt. "Guten Morgen, Frankreich", ätzt Armin Assinger. Die Laune wird nicht besser, die Ergebnisse der Österreicher auch nicht, das kann nur "am Wetter" liegen, "an der Strecke", "an der Rennleitung".

Besondere Meriten erwirbt sich Heinz-Prüller-Nachfolger Ernst Hausleitner, der Maier und Co Ausreden in appetitlichen Happen in die Münder schiebt. Allein, die wollen das nicht schlucken: Nein, er habe sich nicht geschwächt gefühlt, widerspricht Maier; nein, die Sicht sei okay gewesen, verweigert Klaus Kröll. Und der ORF sorgt dafür, dass Alpindirektor Hans Pum keine unangenehmen Fragen nach Eigenverschulden gestellt werden. "Des zipft mi jetzt an", sagt Assinger irgendwann. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Petra Stuiber/DER STANDARD; Printausgabe, 9.2.2009)

  • Maier & Co. gingen leer aus.
    foto: epa/langdson

    Maier & Co. gingen leer aus.

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