Ziegen und böse Geister

8. Februar 2009, 18:27
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Kulturelle Unterschiede: In Nigeria verwandeln sich Menschen in Ziegen, hier gibt es sie in Menschengestalt

In Lagos in Nigeria ist eine schwarz-weiß gefleckte Ziege wegen versuchten bewaffneten Raubüberfalls verhaftet worden: Augenzeugen hatten gesehen, wie sie zugange war, einen Mazda 323 (!?) zu kapern. Da war sie allerdings noch ein bewaffneter Mann. Die Verwandlung in eine Ziege durch schwarze Magie erfolgte erst, als man diesen verhaften wollte. Deutlicher kultureller Unterschied zu hierzulande, nicht wahr, wo eher Ziegen und Ziegenböcke in Menschengestalt umherlaufen und nicht umgekehrt.

Inspirierend ist auch die Helmdebatte in Kano, ebenfalls in Nigeria, wo Mopedfahrer nicht nur finanzielle Gründe dafür, dass sie sich keinen Helm anschaffen wollen, ins Treffen führen: Aus Angst davor, dass sich im schwarzen Raum zwischen Kopf und Helm böse Geister einnisten, nehmen manche Mopedfahrer Zuflucht zu bodenständigeren Lösungen und setzen sich lieber ausgehöhlte Melonen oder andere getrocknete Obstschalen auf. Diese kulinarische Helmidee wäre auch hierzulande in nationalen Varianten denkbar, wenngleich etwa ein Schnitzel am Haupte kaum vor Pistenrasern schützt. Aber dümmer als jene ist es keinesfalls. (guha, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2009)

 

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