Schlierenzauer schon so erfolgreich wie "Goldi"

8. Februar 2009, 17:22
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Triumph in Willingen vor Ammann und Kasai - Fünfter Erfolg in Serie für den 19-Jährigen

Willingen - Gregor Schlierenzauer hat sich beim Skisprung-Weltcup-Bewerb in Willingen auch von wechselnden Windbedingungen nicht aus dem Konzept bringen lassen und seine eindrucksvolle Erfolgsserie fortgesetzt. Der 19-Jährige feierte am Sonntag seinen fünften Sieg in Serie. Der Stubaitaler baute mit seinem neunten Saisonerfolg die Führung in der Gesamtwertung vor dem Tageszweiten Schweizer Simon Ammann weiter aus und zog in der ewigen ÖSV-Bestenliste mit seinem 20. Einzelerfolg mit Andreas Goldberger gleich.

Schlierenzauer hatte nach dem ersten Durchgang mit der Höchstweite von 144 m klar geführt, im Finale genügte dem Skiflugweltmeister bei ungünstigem Wind ein Satz auf 135,0 m, um Weltmeister Ammann (133,5/145,5) mit zwei Punkten Vorsprung in Schach zu halten. "Das war eine windige Angelegenheit. Obwohl ich so kurzfristig angereist war, bin ich gut hineingekommen", erklärte Schlierenzauer, der den Teambewerb am Samstag ausgelassen hatte. "Ich freue mich natürlich über den Sieg und bin stolz, dass ich meine Serie verlängern konnte", sagte der Saisondominator.

Auf Platz drei kam der 36-jährige japanische "Oldie" Noriaki Kasai (136,0/140,0). Schlierenzauer, der für das ÖSV-Team den elften Sieg in Serie einheimste, liegt nun in der Gesamtwertung bereits 192 Zähler vor Ammann. ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner haderte ein wenig mit den Verhältnissen, zeigte sich aber mit den Leistungen seiner Schützlinge großteils hochzufrieden. "Das war ganz schwierig heute, wir waren nicht vom Wind begünstigt", betonte Pointner, "speziell der zweite Sprung von Gregor bei schwierigen Bedingungen war sehr, sehr gut. Die Pause hat ihm gut getan und seinen Rhythmus nicht durcheinandergebracht", sagte Pointner.

Prominente Opfer der Windlotterie

Prominente Opfer der Windlotterie beim ersten Einzelbewerb der Team-Tour waren mit Doppelolympiasieger Thomas Morgenstern und Tourneesieger Wolfgang Loitzl auch zwei ÖSV-Adler. Morgenstern (127,0/134,0) wurde als zweitbester Österreicher Elfter. "Vom technischen her waren das heute seine besten Wettkampfsprünge, er hatte Pech mit dem Wind, das war eine stockerlreife Leistung, für die er nicht belohnt wurde", meinte Pointner.

Der 22-jährige Kärntner wird noch am Sonntag per Privatjet in die Heimat fliegen, um sich mit Co-Trainer Mark Nölke in Villach gezielt auf die Weltmeisterschaft in Liberec vorzubereiten. Morgenstern fehlt damit bei den zwei weiteren Stationen der Team-Tour am Mittwoch in Klingenthal und beim Skifliegen in Oberstdorf am Samstag.

Der vierfache Saisonsieger Loitzl kam nach Sprüngen auf 121,0 und 137,0 m über Platz 15 nicht hinaus. "Im zweiten Durchgang hat er noch erfolgreich Schadensbegrenzung betrieben", kommentierte Pointner. Der 29-jährige Steirer musste sein schlechtestes Saisonresultat hinnehmen. Markus Eggenhofer (125,5/135,5) aus Salzburg wurde 13. Andreas Kofler hatte die Qualifikation für den zweiten Durchgang als 32. nicht geschafft.

Die deutschen Gastgeber mussten eine schwere Schlappe hinnehmen, Ex-Weltmeister Martin Schmitt war als bester DSV-Springer lediglich 16. Österreich hat nach dem Sieg im Mannschaftsspringen am Samstag und dem Sieg von Schlierenzauer, der wie Morgenstern in die Team-Tour-Wertung kam, in der erstmals ausgetragenen Serie 3,2 Punkte vor Norwegen weiter die Führung inne. Die am Vortag zweitplatzierten Norsker brachten Roar Ljökelsoey (5.) und Anders Jacobsen (9.) in die Wertung. (APA)

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