Briten speichern Daten aller Reisenden für 10 Jahre

8. Februar 2009, 15:52
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Unter anderem werden Reiserouten, Telefonnummern und Kreditkartendaten aller Ein- und Ausreisenden erfasst

Die britische Regierung hat eine Datenbank geschaffen, die nach US-Vorbild die Daten aller Ein- und Ausreisenden für 10 Jahre abspeichern soll. Dabei werden Berichten zufolge sowohl Namen, Adresse und Telefonnummern als auch Sitzplatz-Reservierungen, Kreditkarteninformationen und sogar die Reiserouten gespeichert.

Bislang geheim gehalten

Die Daten werden unter anderem mit Aufzeichnungen von Polizei, Geheimdiensten und Sozialbehörden abgeglichen. Bislang seien so 70 Millionen Reisedaten zusammengekommen. Die Datenbank wurde im Rahmen des Projekts e-borders eingerichtet, bislang war sie aber geheim gehalten worden. Nun hat das britische Innenministerium die Existenz der Datenbank zugegeben. Der genaue Standort, an dem die Datenbank betrieben wird, sei geheim - die Einrichtung soll sich jedoch in der Gegend von Manchester befinden.

Unerwünschte abfangen

Die Überwachung aller Reisenden soll illegale Einwanderung verhindern und bei der Bekämpfung der Kriminalität helfen. Laut dem zuständigen Minister Phil Woolas könne man damit alle Ein- und Ausreisenden "abfangen, die sich nicht an unsere Regeln halten wollen".

Reduzierung der Überwachung gefordert

Die Bestätigung der Datenbank heizt die Diskussion über die zunehmende Überwachung weiter an. Datenschützern kritisieren etwa, dass mit der Datenbank etwa auch überprüft werden könne, ob Eltern mit ihren Kindern während der Schulzeit auf Urlaub fahren. Zudem würde auch aufgezeichnet, mit wem man reist. Der Verfassungsausschuss des britischen Oberhauses fordert eine Reduzierung der Überwachung. Das Sammeln persönlicher Informationen würde die Demokratie unterwandern. (red)

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