Bei Swarovski brechen 150 Jobs weg

8. Februar 2009, 18:33
63 Postings

Tiroler Konzern spricht von "Kapazitätsanpassung" - Neue Werke in Tschechien und China fix

Wattens/Wien - "Die Geschäftsführung des Unternehmens D. Swarovski & Co. hat in Reaktion auf das schwieriger gewordene Marktumfeld eine weitere Anpassung des Produktionsniveaus und damit der Beschäftigtenzahl am Standort Wattens beschlossen", lautete die knappe Aussendung des Tiroler Glasschleifer-Konzerns am Sonntag. Für 150 von insgesamt 5800 Mitarbeitern in der Produktion bedeutet das den Verlust des Arbeitsplatzes in den kommenden Wochen. Ob dies nun das Ende der bereits Ende des Vorjahres angekündigten Personalabbaus ist, könne aus derzeitiger Sicht nicht gesagt werden, so eine Sprecherin des Konzerns auf Standard-Anfrage.

Im vergangenen Jahr verloren bereits 750 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei Swarovski. Zudem wurden weitere 200 freigewordene Stellen nicht mehr nachbesetzt.

Arbeitsstiftung

Betroffene könnten jedoch von der Arbeitsstiftung der Tiroler Landesregierung aufgenommen werden, die in den nächsten Tagen starte. Die Maßnahmen seien mit dem Betriebsrat abgestimmt, es sollen "Kündigungen durch Nutzung der natürlichen Fluktuation möglichst vermieden werden".

Laut eigenen Angaben sei der Umsatz des Konzerns von 2,56 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 2,52 Milliarden Euro im Vorjahr leicht zurückgegangen. Hinsichtlich der Profitabilität sei es ein "schwieriges Jahr" gewesen, aber man habe keine Verluste geschrieben.

Bestätigt wird seitens des Sprechers der Geschäftsführung, Marcus Langes-Swarovski, dass je ein Standort in Tschechien (voraussichtlich in der traditionsreichen Glasschleifer-Region rund um Jablonec nad Nisou / Gablonz an der Neiße, woher auch die Familie Swarovski stammt) sowie in China verwirklicht werden. Details dazu will der Konzern im Laufe dieses Jahres bekanntgeben. Auch noch keine Angaben bekam man am Sonntag dazu, welche Produktionsteile dann aus Wattens wegziehen und wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Glasschleiferkonzern muss am Hauptsitz in Wattens weiter einsparen.

Share if you care.