Anklagen im Fall "Operacion Puerto"

8. Februar 2009, 14:25
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Acht Ärzte und Ex-Teamchefs angeklagt - Bei Verurteilung drohen zwei Jahre Haft sowie Berufsverbot

Madrid - Im Ermittlungsverfahren um den bisher größten Dopingskandal der Radsport-Geschichte hat der zuständige Richter gegen acht Beschuldigte der "Operacion Puerto" Anklage erhoben. Unter ihnen sind nach spanischen Medienberichten vom Sonntag der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes, der Blutspezialist Jose Luis Merino Batres sowie die früheren Teamchefs von Liberty und Kelme, Manolo Saiz und Vicente Belda. Ihnen werde ein Verstoß gegen die Gesundheitsgesetze zur Last gelegt, hieß es.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten höchstens zwei Jahre Haft sowie ein Berufsverbot. Mit dem Beginn des Prozesses sei allerdings frühestens in einem halben Jahr zu rechnen, zitierte die Zeitung "El Pais" am Wochenende die Anwälte der Beschuldigten. In dem Verfahren sind nur Sportärzte und Funktionäre angeklagt, aber keine Radsportler.

Die "Operacion Puerto" war in Spanien bereits zweimal zu den Akten gelegt worden. Mitte Jänner hatte der Fall aber eine überraschende Wende genommen. Ein Madrider Gericht entschied damals, dass die Ermittlungen neu aufgenommen werden müssten und den Verantwortlichen der Prozess gemacht werden solle. Es hob damit die Entscheidung des Untersuchungsrichters Antonio Serrano auf, der das Verfahren zuletzt im Oktober 2008 eingestellt hatte.

Die spanische Polizei hatte im Mai 2006 im Labor von Fuentes rund 100 Blutproben sichergestellt. Mehr als 50 Radprofis gerieten unter Dopingverdacht, darunter Jan Ullrich und der frühere Giro-Sieger Ivan Basso. Auch spanische Stars wie Alberto Contador und Alejandro Valverde wurden mit dem Skandal in Verbindung gebracht. Bis auf Basso, der ein Teil-Geständnis ablegte, bestritten alle anderen Profis die Dopingvorwürfe. (APA/dpa)

 

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