Parteien kritisieren Strache als inhaltslos

8. Februar 2009, 14:00
127 Postings

Rudas: "Keine Antworten auf die großen Herausforderungen" - Kaltenegger: "Wirtschaftspolitischer Geisterfahrer"

Wien - Die anderen Parteien haben wie erwartet kein gutes Haar am Auftritt von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der ORF-"Pressestunde" gelassen. So konnte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas "keine Antworten auf die großen Herausforderungen" erkennen, ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger bezeichnete Strache in einer Aussendung als "wirtschaftspolitischen Geisterfahrer in Krisenzeiten". Als "abstrus und skurril" bezeichnete BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz den Auftritt des FPÖ-Obmanns, der grüne Sozialsprecher Karl Öllinger als "absurd".

"Kein konstruktiver Beitrag"

"Strache hat neuerlich unter Beweis gestellt, dass er nicht in der Lage ist, einen konstruktiven Beitrag für die Menschen in diesem Land zu leisten", so Rudas in ihrer Reaktion für die SPÖ. Der FPÖ-Obmann habe nur "inhaltlose Sprechblasen und substanzloses Geplapper" zu bieten und sei nur mit sich selbst, aber nicht mit den Anliegen der Bevölkerung beschäftigt gewesen. "Nur dagegen sein und Maulheldentum ist einfach zu wenig, das rettet keine Arbeitsplatz." Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden sich die Österreicherinnen und Österreicher verantwortungsvolle Politiker, die in der Lage sind, die Herausforderungen zu bewältigen, wünschen.

In die selbe Richtung holte Kaltenegger aus: "Das Aufhetzen und Schlechtreden rettet weder einen einzigen Arbeitsplatz, noch hilft es der Wirtschaft." Straches "hetzerische Attacken" seien mit "Unwahrheiten gespickt" gewesen, "seine teils dumme Polemik entlarvt die wirtschaftspolitische Ahnungslosigkeit der FPÖ". Das "dauernde Liebäugeln mit dem NS-Gedankengut und das permanente und offenbar bewusste Anstreifen mit dem Nationalsozialismus" sei zudem "zutiefst zuwider und klar abzulehnen", betonte der ÖVP-Generalsekretär. Strache habe einmal mehr "die Möglichkeit ausgelassen, diesen in Österreich zu recht strafbaren Ideologien eine klare Absage zu erteilen und sich in aller Deutlichkeit abzugrenzen".

"Nicht wählbar"

Für Strutz hat Strache "einmal mehr klar gemacht, dass die FPÖ nicht wählbar ist, weil sie außer laut zu schimpfen sich nur mit Themen beschäftigt, die fern von den tatsächlichen Problemen sind". Und weiter: "Strache will die Österreicher bewaffnen anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Arbeitslosigkeit bekämpft, das Sozialsystem reformiert oder die Wirtschaft stützt." Straches Sicht von den politischen Gegebenheiten in Kärnten zeige schließlich, dass er keinen Bezug zur Realität hat. "Die FPÖ werde in sämtlichen Umfragen in einer Größenordnung wahrgenommen, die ihr nicht einmal den Einzug in den Kärntner Landtag ermöglichen würde", so Strutz.

Für den Grünen Öllinger hat Strache versucht davon abzulenken, dass die FPÖ in ihren eigenen Reihen "ein massives Problem mit dem Rechtsextremismus" habe. "Er weiß etwa keine Antwort auf den Umstand, dass die (Burschenschaft, Anm.) Olympia, die mehrere FPÖ-Abgeordnete stellt, eine Reihe von bekennenden Neonazis eingeladen hat. Die Rechtsextremen sitzen in der FPÖ". Straches Vorschlag, das Waffenrecht zu lockern, heißt für Öllinger, der FPÖ-Chef wolle mehr Waffen verteilen und damit mehr potenzielle Tote in Kauf nehmen. "Mehr Waffen im Umlauf bedeuten nämlich mehr Waffengebrauch mit tödlichem Ausgang." (APA)

Share if you care.