Radikale Schiiten auf Konfrontation zu Premier Maliki

7. Februar 2009, 19:37
1 Posting

Sadr-Anhänger wollen Wahlergebnis anfechten

Bagdad - Seit der Kundmachung der vorläufigen Ergebnisse der Provinzwahlen im Irak häufen sich die Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten. Anhänger des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr wollen das Resultat in mehreren Provinzen anfechten. Einer der von Sadr unterstützten Kandidaten, Tahir al-Kinani, sagte am Samstag in Bagdad: "Es gibt riesige Unterschiede zwischen den von der Wahlkommission bekanntgegebenen Ergebnissen und den Zahlen, die wir von unseren Beobachtern in den Provinzen haben." Kandidaten in den Provinzen Bagdad, Najaf, Maisan und Qadissiya wollten Einspruch einlegen.

Sofortiger Abzug der ausländischen Truppen gefordert

In Bagdad kamen die Sadr-Gefolgsleute weit hinter der Dawa-Partei des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammen mit einer sunnitischen Partei auf den zweiten Platz. In anderen überwiegend von Schiiten bewohnten Provinzen kamen sie hinter der Dawa-Partei und der schiitischen Partei "Oberster Islamischer Rat" auf den dritten Platz. Sadr und seiner "Mahdi-Armee" hatten das Truppenstationierungsabkommen mit den USA abgelehnt und den sofortigen Abzug der ausländischen Truppen gefordert.

Keine Kandidaten

Sadr, der inzwischen im Iran lebt, hat nach einer militärischen Offensive der Regierung gegen seine Miliz im vergangenen Jahr viel Einfluss verloren. Seine Bewegung stellte keine Kandidaten auf, unterstützte aber zwei Listen mit nominell unabhängigen Kandidaten. Malikis Dawa-Partei begrüßte den friedlichen Verlauf der Wahlen am vergangenen Wochenende und rief alle Gewählten zur Zusammenarbeit auf. Gewählt wurden die Provinzräte in 14 der 18 irakischen Provinzen. Die drei von den Kurden kontrollierten Provinzen Dohuk, Arbil und Sulaimaniya, die zusammen die autonome Kurdenregion im Norden des Landes bilden, und das heftig umstrittene Vielvölkergebiet Kirkuk haben ihre Vertretungskörperschaften noch nicht gewählt. (APA/AP)

 

Share if you care.