Schneefälle sorgen für Chaos in der Schweiz

7. Februar 2009, 18:18
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Ein Toter - Bahn- und Straßenabschnitte gesperrt - Lawinengefahr

Zürich/Chur/Airolo - Die heftigsten Schneefälle seit über 20 Jahren auf der Alpensüdseite haben am Samstag in der Schweiz für teilweise chaotische Verhältnisse im Bahn- und Straßenverkehr gesorgt. Im Tessin starb ein Autofahrer, der auf einen Schneepflug auffuhr. Am Samstagnachmittag normalisierte sich die Lage langsam wieder. Die stärksten Schneefälle wurden auf einem Streifen vom nördlichen Tessin über das Hinterrhein-Gebiet ins Oberengadin verzeichnet, wie MeteoSchweiz bekanntgab. Dort wurden am Samstagmorgen 40 bis 80 Zentimeter Neuschnee gemessen. Seit Beginn des neuerlichen Wintereinbruchs am vergangenen Donnerstag fielen bis 120 Zentimeter Schnee. Vergleichbare Schneefälle gab es zuletzt am 1977.

Die Schneefälle führten auch zu einem tödlichen Unfall auf der Autobahn A2. Ein 23-jähriger Autofahrer starb, als er in der Nacht auf Samstag bei Biasca heftig auf einen Schneepflug auffuhr. Lastwagen durften wegen der gefährlichen Straßenverhältnisse vorübergehend weder über die Gotthard- noch die San-Bernardino-Achse fahren, und auf der A2 galt für Personenwagen Schneekettenpflicht.

Am Samstagnachmittag war dann die San-Bernardino-Route wieder befahrbar. Die verbreitet große Lawinengefahr auf der Alpensüdseite führte zur Sperrung der Passstraßen Julier, Maloja und Bernina und der Verbindung zwischen Sils im Engadin und Maloja. Der Julier wurde am Samstagnachmittag wieder geöffnet. Das Engadin war vorübergehend nur noch durch den Vereina-Bahntunnel, die Ofenpasstrasse sowie über Martina von Österreich her erreichbar.

Wegen des Ferienbeginns in zahlreichen Kantonen und der Schneefälle kam es an den Autoverladestationen zu stundenlangen Wartezeiten. Im Bahnverkehr stand den SBB vorübergehend auf der Gotthardstrecke nur noch ein Gleis zur Verfügung. Ein Zug war sogar im Schnee steckengeblieben. Die Passagiere mussten in Ambri-Piotta umsteigen. Am Nachmittag normalisierte sich die Lage, es kam aber weiterhin zu Verspätungen.

Von einer Lawine verschüttet wurde am Samstagmorgen auch die Albulalinie der Rhätischen Bahn (RhB). Menschen wurden keine verletzt. Der Bahnbetrieb zwischen Bergün und Samedan sollte wie auch die Berninalinie erst am (morgigen) Sonntag wieder in Betrieb genommen werden. Die Engadinlinie wurde dagegen am Samstagnachmittag wieder geöffnet, so dass Reisende das Oberengadin über die Vereinalinie erreichen konnten.

Auf dem Streckennetz der Matterhorn-Gotthard-Bahn blieb die Oberalpstrecke wegen Lawinengefahr für den ganzen Samstag gesperrt. Reisende des Glacier-Express wurden vorübergehend über Lötschberg-Bern-Zürich-Chur umgeleitet. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos warnte für weite Teile des Alpensüdhangs vor einer großen Lawinengefahr. Es wurde mit spontanen Lawinen gerechnet, die auch exponierte Verkehrswege und Gebäude erreichen könnten. (APA/AP)

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